
Dem RPG-Hit Dragon Quest 8 liegt eine spielbare Demoversion von Final Fantasy XII bei, anhand der sich Tausende von Fans bereits fast ein halbes Jahr vor Release ein Bild von den Veränderungen machen können wenn auch die Demoversion recht beschränkt ist. Auch in der CrazyArcadia-PS2 rotiert die Demo-DVD...
FF12 Die Demo
Nach dem Einlegen der Demodisc bekommt man erst mal einen mehrere Minuten langen (überspringbaren) Teaser zu sehen, der aus verschiedenen vorgerenderten FMV-Sequenzen zusammengeschnitten ist. Serientypisch sind diese wahnsinnig spektakulär aufgemacht und stellen technisch die Sequenzen aus den Vorgängern in den Schatten. Außerdem bringt der Trailer den „neuen“ Stil recht gut rüber, in farbenfrohen Tönen wird eine orientalisch anmutende Welt gezeigt, die entfernt an eine bunte Mischung aus „Star Wars“ und „Skies of Arcadia“ erinnert. Nach diesem ersten „Wow“ hat man die Wahl zwischen 2 kurzen spielbaren Sequenzen, die nicht viel von der Story verraten, sondern einfach nur in das Kampfsystem reinschnuppern lassen.
Kampf
Die Wahl besteht zwischen The Phon Coast mit Wait-Kampfsystem und The Stilshrine of Miriam mit Active-Kampfsystem, beide mit unterschiedlichen Charakter-Gruppen. Egal, welches der beiden man auswählt, Fans klassischer Rundenkämpfe wie in den Vorgängern müssen sich umgewöhnen. Extra Kampfbildschirme sind passé, stattdessen findet alles mehr oder weniger in Echtzeit statt. Einen der Charaktere der jeweiligen 3erGruppe kontrolliert der Spieler, der Rest lässt sich auf eine bestimmte Taktik festlegen und kämpft dann von sich aus. Natürlich kann man auch selber Befehle geben und die K.I. auch ganz ausschalten, wird aber gerade im Active-Kampfsystem nicht immer Zeit dafür haben, jeden einzelnen Charakter einzeln Befehle zu geben. Im Active-Kampfsystem steht die Zeit nämlich nicht still, wenn man im Menü Befehle aussucht, wohingegen das Wait-Kampfsystem gemütliches Wühlen im Rucksack zulässt. Zum Glück ist die K.I. der Mitspieler gut, eure Mitstreiter heilen sich selbst und im Notfall auch den Spieler, greifen automatisch den nächsten Gegner an usw.
Wenn man dann einen Gegner angreift, lädt sich wie in Vorgängern eine Leiste auf, sobald diese voll ist, wird die gewünschte Aktion durchgeführt. Bis es soweit ist, kann man seinen Charakter frei um den ausgewählten Gegner herum bewegen, das gelungene, etwas an Zelda erinnernde LockOn-System lässt einen immer in die Richtung des Ziels schauen, bis man das Ziel wechselt, besiegt oder flieht. Dadurch kann man natürlich auch Nahkampfattacken aus dem Weg gehen oder sich im Abseits erst mal heilen, bevor man wieder ins Kampfgeschehen rennt. Natürlich kann man auch den selbst gesteuerten Charakter wechseln, um z.B. gezielt Spezialfähigkeiten eines bestimmten Charakters zu nutzen oder alles aus einer anderen Perspektive zu sehen. Apropos Perspektive : Endlich gibt es eine frei drehbare Kamera (hehe...man kann Ashe unter den Rock schauen. Öhh... weiter mit dem Preview...)!
Erkunden der Welt und Magie
Es ist logisch, dass die Zufallskämpfe nun auch zur Final Fantasy Vergangenheit gehören. Stattdessen findet alles in ein und demselben Gebiet statt. Entgegen anderslautender Gerüchte gibt es auch keine klassische FF-Overworldmap mehr, stattdessen ist die gesamte Welt frei und komplett zu erkunden die Demomaps sind verständlicherweise durch Barrieren begrenzt. Permanent eingeblendet sind die Hauptinfos über die Charaktere (HP, MP, Zeitleiste) und eine Karte. Apropos Karte Die Küste und der Dungeonrun lassen erahnen, dass die Maps dieses mal viel freier und verzeigter sein werden, als z.B. in Final Fantasy X, wo es oft nur einen einzigen Weg gab. Die Gegner sind teilweise neu und teilweise aus den Vorgängern bekannt - jeder Gegner hat seine speziellen Eigenheiten, und einige greifen sich sogar gegenseitig an (z.B. mögen Sleipnirs keine Mandragoras).
In der Demo bekommt man an Menüs nur das „Kampfmenü“ zu Gesicht, weshalb sich über Levelsystem und Charakterverwaltung nicht viel sagen lässt. Das System lässt sich aber wunderbar einfach bedienen und ist bedienungstechnisch ähnlich aufgebaut, wie das alte Kampfsystem der rundenbasierten Kämpfe.
Das Magiesystem mit Magiepunkten und den bekannten Zaubersprüchen ist eher klassisch gehalten. Netterweise laden sich diesesmal die Magiepunkte mit der Zeit wieder von selber auf. Das ist gut, denn um eine der mächtigen Esper zu beschwören, braucht man volle MP! In der Demo dürfen erst mal nur Vaan (Hashmal, Erde) und Ashe (Belias, Feuer) beschwören, während der Beschwörung sind alle Charaktere außer den Beschwörern ausgeblendet, aber diese dürfen (bis auf den Magiegebrauch) frei agieren, während der Esper macht, was er will : Attackieren und ab und an eine besonders vernichtende Superattacke loslassen.
Atmosphäre und Technik
Die Atmosphäre ist sehr anders, als in anderen Final Fantasy Spielen. Die Welt Ivalice ist RPG-Fans bestimmt noch von Final Fantasy Tactics Advance und Vagrant Story in Erinnerung eine sehr individuelle Welt mit traumhaften Setting abseits von klassischen Fantasypfaden. Während die Küste und der Strand im Sonnenschein sehr freundlich daherkommt, herrscht in dem Dungeon eine düstere Atmosphäre. Technisch holt das Spiel bei Charakteren, Monstern und Effekten fast alles aus der PS2 raus (vor allem die Beschwörungen lassen Kinnladen runterklappen), leider ist die Umgebungsoptik zwar nett anzusehen, insgesamt aber noch etwas unspektakulär. Aber das kann sich ja bis zum Release noch ändern. Die Atmosphäre ist übrigens auch deshalb anders, weil dieses mal nicht Nobuo Uematsu die Musik schreibt. Doch das ist nicht unbedingt schlecht, denn die Musik mit ihren orchestralen Klängen passt sehr zum Ambiente.
Bisheriger Eindruck
Die Demo ist zu beschränkt, um etwas über das Gesamtprodukt aussagen zu können. Bis auf das Intro und einem Zusammenschnitt von Ingamevideosequenzen nach dem Durchspielen der Demo gibt es keine Hinweise auf die Story, die Welt lässt sich nicht frei erkunden und das Level- Skill und Ausrüstungssystem bleibt mangels Menü auch im Verborgenen.
Das Kampfsystem hat Potenzial, es macht einfach Spaß. Ebenso hat es Squareenix geschafft, eine ordentliche, intuitive Steuerung auf die Beine zu stellen, weshalb alles recht locker von der Hand geht. In der Demo waren die Kämpfe recht einfach ob es daran liegt, dass die beiden Demolevel auch auf der Tokyo Gameshow spielbar waren? Hoffentlich bietet das Endprodukt da mehr Herausforderung. Die Technik ist großartig, einziger Punkt, der verbessert werden sollte : Die Umgebungsoptik.
Final Fantasy XII wird wohl die Fangemeinde spalten die einen werden die Änderungen begrüßen, für die anderen wird das wohl das Ende der Reihe sein. Mutig ist es auf jedenfall, und wer lieber klassisch rollenspielt, dem sei das geniale Dragon Quest VIII ans Herz gelegt immerhin war die Dragon Quest-Reihe ja der geistige Vorfahre von Final Fantasy ;) Besagtes Dragon Quest 8 werde ich jetzt übrigens auch weiterspielen, bis zum nächsten Report also...