
Ace Attorney
Phoenix Wright ist ein jp. Adventurespiel mit Unmengen an Text, vielen abgedrehten Charakteren und einer Menge interessanter Features. Als Anwalt in einer nahen Zukunft muss man seine Mandanten verteidigen, was nicht ganz einfach ist. Es gilt nicht mehr „Unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist“ sondern „Schuldig, bis die Schuld eindeutig innerhalb von höchstens 3 Tagen widerlegt ist“. Dass Spiel lässt sich dabei in 2 Abschnitte einteilen. Zunächst einmal die Ermittlungen Man sammelt Beweise und Indizien, redet mit allen Beteiligten und untersucht Schauplätze. Dies macht man auf für jp. Textadventures typische Art und Weise. Standbilder im Hintergrund, eine große Anzahl an Optionen wie Reden, Zeigen und Untersuchen und jede Menge Textfenster zum Durchlesen. Die Untersuchungen sind in Phoenix Wright sehr linear - sobald man genug Beweise gesammelt hat, geht es automatisch weiter zur Verhandlung und das Herzstück von Phoenix Wright kommt zum Glänzen.
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In den Verhandlungen muss man seinen Mandanten direkt verteidigen und Zeugen im Kreuzverhör in die Zange nehmen. Hier beginnt dann auch die wahre Knobelei und Spannung es gilt, zur richtigen Zeit „Einspruch!“ einzulegen um die Zeugenaussage mit einem Beweis zu widerlegen oder einfach nur nachzuhaken und auf Zeit zu spielen. Dabei ist es wichtig, sich an jedes noch so kleine Detail des Falls zu erinnern, die Gerichtsakte, in welcher alle gefundenen Beweise und Indizien zu finden sind, parat zu haben und genau zu überlegen denn ein unberechtigter Einspruch führt zu einer Strafe und wenn man es fünf mal verbockt hat, wird der Mandant grundsätzlich Schuldig gesprochen... Im ersten Fall hat man dabei zum Glück noch die Hilfe von Phoenix’ charismatischer Mentorin Mia Fey und die Verhandlung im Mordfall Cindy Stone ist als Art Tutorial zu sehen. Die Widersprüche sind noch einfach zu lösen und Staatsanwalt Winston Payne ist auch nicht gerade der Hellste.
Doch die anderen Fälle sind nicht nur wesentlich umfangreicher, sondern stellen Phoenix mit dem zunächst eiskalten Staatsanwalt Miles Edgeworth auch einen mehr als würdigen Gegner in den Weg. Nach einigen Storywendungen steht Phoenix Mia’s kleine Schwester Maya, ihres Zeichens Medium, das mit Geistern kommunizieren kann, zur Seite und durch alle Fälle zieht sich ein sorgfältig geplanter roter Faden. Überhaupt sind Story und Charaktere der stärkste Punkt der Phoenix Wright-Reihe und machen Animes wie Detektiv Conan gehörig Konkurrenz. Die herrlich übertrieben dargestellten Figuren wie der vergessliche, aber aufrichtige Inspektor Gumshoe, Phoenix permanent Ärger und hübsche Models anziehende Freund Larry Butz und der leicht verplante Richter sind nur einige Beispiele. In Phoenix Wright hat jeder Charakter eine Vergangenheit und eine Daseinsberechtigung, oberflächliche Füllcharaktere gibt es nicht. Die Charaktere wachsen einem wirklich ans Herz. Neben den humorvollen Aspekten gibt es natürlich auch ernsthafte Themen, immerhin geht es meistens um Mord, Intrigen und Verrat.
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Während das GBA-Original nach den dramatischen Ereignissen im 4.Fall endet, wurde für die DS-Version ein exklusiver 5. Fall geschrieben, welcher noch länger und kniffliger ist, als die ursprünglichen Fälle. Außerdem wird diesmal richtig von den Möglichkeiten des DS Gebrauch gemacht. Während die Steuerung auch schon in den anderen Fällen dank Touchscreen und Aufteilung in Bild und Menü sehr komfortabel ausfällt, darf man jetzt Beweisstücke aus der Gerichtsakte in 3D drehen und wenden, um sie zu untersuchen. Mit Luminol zum Finden von Blutspuren und einem Fingerabdruckpulver werden auch die Untersuchungen noch abwechslungsreicher.
Insgesamt dürfte man mit dem Spiel mindestens 15-20 Stunden Spaß haben, der Wiederspielwert ist leider genretypisch gering. Vielleicht wird man seine Lieblingsfälle erneut spielen, aber ansonsten ist nach einmal Durchspielen Schluss. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die bereits angesprochene Linearität des Spiels. Außerdem ist es nervig, wenn man sich sämtliche Dialoge erneut anhören muss, sollte man tatsächlich mal einen Fall verlieren. Permanentes Speichern ist nur an festen Punkten im Spiel möglich, nämlich vor einem Verhandlungs- oder Ermittlungsabschnitt Für Pausen gibt es die Möglichkeit, einen Zwischenspeicherstand zu erstellen, welcher aber bei Wiederaufnahme des Spiels gelöscht wird. Ansonsten wissen die Rätsel und die Dramaturgie des Spiels zu begeistern, und nach kurzer Zeit macht Phoenix Wright süchtig.
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Ruhe im Gerichtsaal
Grafisch sieht PW bis auf die 3D-Objekte und kurzen CG-Sequenzen im letzten Fall so aus wie ein GBA-Spiel. Das stört aber wenig, da es stilistisch hervorragend ist. Die Charakterdesigns von Edayan, welcher sein Talent unter anderem schon mit den Designs für die Rival Schools Serie unter Beweis gestellt hat, sind gelungen und abwechslungsreich. Die animierten Charakterportraits strahlen viel Persönlichkeit aus, und auch bei den Hintergründen hat Capcom es geschafft, die Atmosphäre gut einzufangen. Die Musik bietet einige Ohrwürmer und schafft es, die meisten Szenen passend zu unterstreichen, allerdings ist sie sicher nicht jedermanns Geschmack. Die wenigen Sprachsamples des Spiels wurden eingedeutscht, und auch das DS-Mikrophon findet Gebrauch : Wer DS-gerecht spielen will, brüllt „Einspruch!“ ins Mikro statt einfach nur den entsprechenden Button zu drücken.
Fazit
Phoenix Wright ist plattformübergreifend eines der besten Adventures der letzten Jahre und kann mit interessanten Charakteren, guter Dramaturgie und kniffligen Rätseln begeistern. Abgesehen von der Linearität gibt es keinen Grund für einen „Einspruch!“, Phoenix Wright gehört in die Sammlung von jedem Adventurefan mit Animefaible. Übrigens hat Capcom den 2. Teil, „Justice for All“, ebenfalls für den DS umgesetzt. Schon die jp. Version bietet auch eine englische Sprachoption, und im Januar erscheint es in den USA. Außerdem gibt es eine Ankündigung für ein Europarelease am 30. März 2007.
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| Grafik : 8/10 (Optik ist zwar bis auf die DS-Episode auf GBA-Niveau, aber stilistisch hervorragend) Sound : 8/10 (alles auf gutem Niveau) Gameplay : 10/10 (bis auf die Linearität spannend bis zur letzten Sekunde) Innovation/Abwechslung : 9/10 (Interessantes Setting und viele verschiedene, anspruchsvolle Rätsel) Wiederspielbarkeit : 8/10 (genretypisch kaum Wiederspielbarkeit, aber bis man die 15-20 Stunden durchhat, legt man den DS nur noch selten weg) Gesamt : 9/10 (Pflichtkauf für Adventurefans mit Animefaible) |
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Internet-Tipps
Die offizielle Seite der Serie :
http://www.capcom.co.jp/gyakutensaiban/index.html
Gute Fansite mit vielen Hintergrundinfos und Artworks :
http://www.croik.com/PW/
Ausführlicher Artikel mit vielen Informationen über die Übersetzung der Namen und Anpassung an westliche Kultur :
http://hg101.classicgaming.gamespy.com/phoenixwright/phoenixwright.htm
Funseite schreibt eure eigenen Einsprüche! Und verschickt sie an Freunde :
http://objection.mrdictionary.net/index.php