1998 kam das erste 3D-Jump n'Run der britischen Spieleschmiede Rareware auf den Markt : Banjo-Kazooie. Zumindest der Bär Banjo war kein Unbekannter, konnte man ihn doch auch schon in Rarewares Funracer "Diddy Kong Racing" steuern. Seine Straußenfreundin Kazooie, die die ganze Zeit in seinem Rucksack ist, kam jedoch neu dazu. Zur Story : Die böse Hexe Gruntilda hat Banjos Schwester entführt, um ihre Schönheit zu rauben und auf sich selbst zu übertragen. Bärensache, das Banjo das nicht einfach zulassen kann, und so ziehen Bär und Strauß los, um in einer zuckersüßen, aber mit britischen Humor angereicherten Welt alle Puzzleteile zu finden und bis zu Gruntilda vorzudringen...
Gameplay
Man merkt sofort, dass sich die Entwickler "Super Mario 64" zum Vorbild genommen haben, die Steuerung ist prinzipiell gleich. Mit dem Analogstick kann man je nach Druckstärke unterschiedlich schnell laufen und rennen, springen und schlagen gehören auch zu Banjos Repertoire. Der Clou ist der Vogel Kazooie - er kann z.B. mit Banjo tauschen und mit dem fetten Bär auf dem Rücken unebenes Gelände beschreiten (Krallenfüße helfen bei Berglandschaften eben doch mehr) oder fliegen. Man hat die Fähigkeiten nicht von Anfang an, sondern muss in den Welten Bottles, den Maulwurf finden, der einem dann die entsprechende Fähigkeit beibringen kann. Während die Steuerung gut von der Hand geht, erreicht sie leider nicht ganz die Qualität des Klempnervorbilds. Gerade bei der Genauigkeit hat der Klempner die Nase vorne.
Nach einem Tutoriallevel kann man von Gruntildas Hexenhöhle aus insgesamt 9 Welten erreichen, wobei man die Eingänge erst durch Puzzleteile öffnen muss. Von denen findet man in jeder Welt 10 Stück, im Gegensatz zu Marios Abenteuer ist keine bestimmte Reihenfolge vorgeschrieben, man beginnt einfach zu forschen und zu suchen. Manchmal reicht es, einfach bis zu einem bestimmten, etwas höher oder weiter gelegenen Ort vorzudringen, manchmal muss man tierischen Freunden helfen und z.B. Nüsse suchen, nach Schätzen tauchen oder als Zahnarzt fungieren, um die wertvollen Puzzleteile zu erbeuten. Außerdem findet man in manchen Welten Mumbos Höhle - Mumbo, früher mal Lehrmeister der bösen Hexe, will helfen, diese zu besiegen und verwandelt Banjo gegen Bezahlung in Form von Totemschädeln in verschiedene Tiere, z.B. Termite, Biene oder Walross. Marios 8 rote Münzen sind in BK übrigens 5 merkwürdige Kreaturen namens "Jinjos". Neben den Puzzleteilen findet man pro Welt 100 Noten, die benötigt werden, um innerhalb von Gruntildas Höhle Türen zu öffnen - selbst in Gruntys Höhle können Puzzleteile gefunden werden, die Höhle ist fast schon eine eigene Welt. Viele andere Dinge können eingesammelt werden, Powerups wie die Eier, die Kazooie schießen kann, rote Federn zum Fliegen und goldene für Unverwundbarkeit. Bei so vielen einsammelbaren Objekten verliert man schnell mal die Übersicht.
Da man die bereits eingesammelten Noten beim Sterben oder Verlassen der Welt wieder verliert und nur die Bestleistung abgespeichert wird, werden Vollständigkeits-Zocker schon mal auf Gegenwind stoßen. Gerade die späteren Level sind nicht unbedingt einfach... und verschiedene Gegner verlangen nach besonderen Kampftechniken. Während einige Weltentypen standardmäßig Wüste, Eis und Wiesenwelten sind, ist vor allem der Click-Clock Forest eine sehr interessante Welt, denn man kann dort die Jahreszeit wechseln, was dazu führt, dass die dort lebenden Tiere andere Dinge machen, neue Orte erreichbar sind usw.
Technik
Die Optik ist gelungen. Die knallbunte Grafik kommt fast nie ins Ruckeln, das N64 hat den Nebelwerfer dieses mal nicht eingeschaltet - die Weitsicht in den teilweise sehr großen Welten ist beeindruckend. Banjo, Kazooie und andere Kreaturen dieser Welt sind einwandfrei und witzig animiert, auch die Umgebungstexturen sind abwechslungsreich. Die Welten stecken Rareware-typisch voller kleiner Details. Ob nun das Firmenlogo im Hintergrund versteckt ist, mysteriöse und unerreichbare Orte zu sehen sind - ganze Internetforen sind voll mit Theorien, was dies und das bedeuten könnte. Die Musik ist lustig und ändert situationsabhängig (z.B. beim Tauchen). Ein paar Ohrwürmer sind auch mit dabei. Die Soundeffekte sind größtenteils lustig, aber manchmal nerven sie auch. Der Gesamtstil könnte für einige Leute die Kaufentscheidung beeinflussen. Nicht jedem werden die knallbunten Welten und die lustige Geräusche von sich gebenden Tiere gefallen. Für Fans dieses Stils ist Banjo aber auf jeden Fall eine Bereicherung.
Fazit
Banjo-Kazooie ist ein hervorragendes Jump n'Run und spielt auf dem N64 in der Spitzenliga mit. Die Stilfrage muss jeder für sich entscheiden, das abwechslungsreiche Gameplay sollte aber selbt Kritiker für ein paar Runden begeistern können. Mit einer Spielzeit zwischen 20-30 Stunden ist man ordentlich bedient und auch technisch ist das Spiel ein Hit. Marios 3D Ausflug ist aber gerade wegen der besseren Steuerung immer noch etwas besser als der bärenstarke Aufritt von Banjo und Kazooie.
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| Grafik : 9/10 (ohne Nebel und mit vielen Details gehört BK optisch zur Spitzenklasse auf dem N64) Sound : 8/10 (lustige Melodien und technisch einwandfrei, manchmal leicht nervige Soundkulisse) Gameplay : 9/10 (Die Steuerung ist gut, aber die Genauigkeit könnte noch verbessert werden) Innovation, Abwechslung : 8/10 (sehr abwechslungsreich, außer den massig einsammelbaren Dinge aber nicht viel neues seit Mario 64 - muss ja nicht schlecht sein) Wiederspielbarkeit : 9/10 (bis man alles gefunden hat, vergeht einige Zeit. Selbst danach locken die liebevollen Details zum erneuten Spielen) Gesamt : 9/10 (ohne Frage eines der besten Jump n'Runs auf dem N64) |
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