Konamis "Castlevania : Symphony of the Night" - bei dem Namen dürfte PSone und Saturnfans ein angenehmer Schauer über den Rücken laufen, war dieses Spiel doch der bisherige Höhepunkt der Castlevaniareihe. Seitdem sah es eher mau aus. Die N64 Teile waren zwar ganz nett, aber brachten kein echtes Castlevaniafeeling und das für Sega Dreamcast angekündigte Castlevania sollte - mangels Erfolg der Konsole - nie erscheinen.
2001 fand das Warten ein Ende, denn kurz nach dem Start von Nintendos 32-Bit Handheld, dem Gameboy Advance, erschien auch "Circle of the Moon", welches die gelungene Spielmechanik von SotN fortführt. Die Story ist diesmal eher unspektakulär, der Held Nathan Graves, sein Lehrmeister und dessen Sohn Hugh machen sich auf, Dracula in seinem Schloss zu bannen, doch der Lehrmeister wird gefangen und soll geopfert werden, Hugh wendet sich seiner dunklen Seite zu und Nathan wird zum Helden. Im Vergleich zu SotN eher schwach, aber zwecksmäßig.
Gameplay
Mit der klassischen Vampirjägerpeitsche ausgestattet geht für Nathan auch sofort die Action los. Nach und nach erkundet er das gesamte Schloss, welches aus mehreren zusammenhängenden Abschnitten besteht. Dabei stellen sich ihm alle möglichen gruseligen Fieslinge in den Weg; Skelette, Zombies, Minotauren, Vampire, Sirenen... das gesamte Programm. Jeder besiegte Gegner bringt Erfahrungspunkte - wie in SotN kann man aufleveln und stärker werden. Die traditionellen Zusatzwaffen wir Wurfdolch, Kruzifix oder Weihwasser kosten beim Verbrauch wie immer Herzen. Neu ist das DSS-Kartensystem. Einmal gibt es Karten, die verschiedene Götter darstellen, und dann gibt es Monsterkarten. Je nach Anordnung kann man nun verschiedene Zauberfertigkeiten nutzen - ein Schutzgott und ein Giftmonster geben z.B. einen Giftnebel, der Nathan umgibt, andere verbessern die Leistung der Waffe, Abwehr, fügen Projektilwaffen hinzu usw. Es gibt sehr viele Variationsmöglichkeiten, und das System ist gut durchdacht.
Nicht nur durch aufleveln wird Nathan stärker, im ganzen Schloss sind Upgrades versteckt. Neben permanent mehr Herzen, Lebensenergie oder Magie gibt es auch die Erweiterung anderer Fähigkeiten. Relativ am Anfang findet man glücklicherweise die Möglichkeit, zu sprinten (Nathan ist vorher eine ziemlich lahme Ente), Doppelsprung, Sliden und vieles mehr folgen, meistens nach Endgegnerkämpfen. Die Obermotze sind teilweise bildschirmfüllend groß und nicht immer einfach... zumal die Steuerung manchmal etwas träge wirkt.
Während das Spiel dank dem Levelsystem süchtig macht, muss man sich leider an manchen Stellen mit mittelmäßigem Leveldesign rumärgern. Dafür gibt es nach einmaligen Durchspielen die Möglichkeit, als Zauberer oder Schütze noch mal anzutreten, was den Schwierigkeitsgrad erhöht. Einmaliges Durchspielen dürfte zwischen 5-7 Stunden dauern.
Technik
Das gute zuerst : Soundtechnisch gibt Castlevania alles - auch wenn die meisten Melodien aus den Vorgängern bekannt sind. Aber auch auf dem GBA klingen sie überzeugend und haben Ohrwurmqualität. Glasklare Sprachsamples und Effekte tragen zum positiven Soundeindruck bei. Optisch hat sich Konami hingegen weniger mit Ruhm bekleckert. Die Hintergründe gehen in Ordnung und bringen die Gruselatmosphäre gut rüber.. Das Monsterdesign weiß zu gefallen, die Charakterportraits sind großartig, aber gerade beim Hauptcharakter Nathan wurde geschlampt. Nicht nur, dass Nathans Stil absolut uninteressant ist, er ist auch noch abgehakt und hölzern animiert. Nach einiger Zeit fällt das aber kaum noch auf, denn der Hauptkritikpunkt ist die Helligkeit bzw. besser gesagt die Dunkelheit. Das Spiel ist für den GBA Bildschirm viel zu dunkel und bereitet selbst auf dem GBA SP mit Rückbeleuchtung noch Augenschmerzen. Sehr schade.
Fazit
"Castlevania : Circle of the Moon" ist kein schlechtes Spiel, kann aber nicht vollständig überzeugen. Während das ActionRPG Konzept begeistert, muss man sich leider mit mittelmäßiger Steuerung und nicht optimalen Leveldesign rumärgern. Die gute Soundkulisse kann leider nicht die zu dunkle Optik komplett ausgleichen. Insgesamt für Castlevaniafans interessant und als GBA Starttitel in Ordnung. Einsteiger greifen lieber zum wesentlich besseren "Castlevania : Aria of Sorrow".
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| Grafik : 6/10 (gutes Monsterdesign, mittelmäßige Animationen, viel zu dunkel) Sound : 9/10 (sehr guter Soundtrack und technisch gelungen) Gameplay : 7/10 (Steuerung ist manchmal etwas träge, ansonsten alles gehobener Standard) Innovation, Abwechslung : 8/10 (neue Fähigkeiten und das DSS System wissen zu gefallen) Wiederspielbarkeit : 7/10 (neue Charakterklassen laden zum Weiterspielen ein. Etwas kurz) Gesamt : 7.5/10 (ein gutes Spiel für Castlevaniafans) |
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