
Herzlich wilkommen zu einem Review zu einem etwas anderem Spiel. Zuerst einmal vorweg: Viele verbinden mit dem Begriff Konsolenspiel Spiele, die schnell auf den Punkt kommen. Ein Actionspiel fängt sofort mit Action an, und ein Rennspiel mit dem ersten 3…2…1…LOS! Arcade ist das Thema.
Endless Ocean ist da ein klein wenig anders, dieses Spiel fällt mehr unter der Rubrik Simulation als ein typischer Konsolentitel. Zugegeben, es fängt mit Tauchen an und hört damit auf. Allerding gibt es keinen Schwierigkeitsgrad, der das Spiel irgendwie schwer oder sogar herausfordernd macht. Das Spiel ist mehr darauf ausgelegt, mal für dreißig Minuten komplett abzuschalten und zu entspannen, ohne den Stress zu haben, zum x-ten mal in den gleichen Abgrund zu stürzen, oder irgendwelchen anderen Frustfaktoren. Ich selber hab mir dieses Spiel besorgt weil ich auf der Suche nach Spielen mit einem etwas anderem Konzept bin. Endless Ocean fällt definitiv unter diese Rubrik. Und dieses Spiel ist auch nicht für jeden geeignet. Das ist einer der Punkte, die ich als erstes ansprechen möchte.
Sicherlich kann sich nicht jeder vorstellen, das ein Spiel, in dem es nur ums Tauchen geht, Spaß machen kann. Dem stimme ich auch vollkommen zu. Nur möchte ich kurz eine kleine Erklärung abgeben, wer sich für diesen Titel interessieren könnte. Leute, die...
-Fische oder Aquarien interessieren finden.
-begeistert einen Aquarium Bildschirmschoner haben.
-Tauchen als Hobby betreiben, oder dies gerne möchten.
-sich gerne Tierdokumentationen anschauen.
-mal was „Anderes“ spielen wollen
Wer sich nicht zu Leuten dieser Art zählt, kann aufhören weiter zu lesen. Es sei denn, die Neugier über diese Zeilen ist stärker als die Anstrengung, etwas anderes im Netz zu suchen. Man sollte sich auch vor Augen halten, dass das Spiel mit 29 Euro zu den günstigen Titeln gehört. Und wenn einer der oben genannten Punkte zutrifft, sind diese gut angelegt.
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Vor dem Tauchen…Theorie!
Endless Ocean ist eine beruhigende Simulation, die sich mit der Unterwasserwelt des Pazifischen Ozeans beschäftigt. Von der daumengroßen Unterwasserschnecke bis hin zum bildschirmfüllenden Blauwal ist alles in Form von über 100 Tieren vertreten. Mit der Wii-Remote steuert man einen kleinen Punkt auf den Bildschirm, in dessen Richtung man mit Hilfe des B-Knopfes schwimmt. Zur Vereinfachung kann man (-) drücken und in einen MMORPG-typischen „Dauervorwärtsmodus“ wechseln. Mit Hilfe von (A) untersucht man dann Objekte genauer und kann mit der Unterwasserfauna interagieren. Ein „untergeordnetes“ Ziel des Spieles ist es, sein Logbuch mit Daten zu füllen. Dazu kann man sich mit den Fischen über 3 Stufen vertraut machen - meist ist es aber leider so, das man sich nur um eine Stufe alle 2-3 Echtzeitstunden steigern kann. .Jede Stufe erhöht das Wissen über das Tier, das man dann im besagten Logbuch nachlesen kann. Um eine neue Stufe zu erreichen kann man die Fische berühren, füttern und andere Sachen mit ihnen anstellen, die im Laufe der Geschichte freigeschaltet werden (Darunter zählt nicht „Essen“).
Moment …Geschichte? …PLATSCH!!!
Anscheinend war dem Entwickler Arika bewusst, dass etwas mehr in das Spiel muss, um den Spieler ins Wasser springen zu lassen. So beginnt das Spiel mit ein paar RPG-Elementen zur Erschaffung des eigenen Avatars. Leider sind die Möglichkeiten auf Name, Geschlecht, Hautfarbe und Frisurtyp beschränkt, aber man will ja schließlich nur etwas entspannen und tauchen. Auf einem kleinem Segelschiff angekommen wird der Spieler von Catherine begrüßt, die einem das Tauchen beibringt. Nach und nach werden so in der ersten Stunde alle technischen Funktionen des Spiels erlernt und freigeschaltet. Aber man ist doch etwas überrascht - das alles geschieht nicht auf einmal, sondern ist elegant in eine Geschichte verpackt, die selbst nach der Einführung nicht vorbei ist. Missionen und seltene Fundstücke im Wasser treiben die Geschichte weiter. Das alles ähnelt in meinen Augen einem klassischen Adventure, leider ohne Rätsel, dafür aber mit dem Geist des Entdeckers. Außergewöhnliche Locations und die Geschichte erwecken das Gefühl, eine Art Unterwasser-Indiana Jones zu seien.
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Erkundet man weiter die Spielwelt trifft man auf sogenannte Partner. Dies kann z.B. ein Delfin sein. Mit diesem Partner kann man dann gemeinsam tauchen gehen, oder mit ihnen am Heck des Schiffes ein paar Tricks machen. Die Partner selber sind spielerisch sinnvoll, da sie auf diverse Bereiche aufmerksam machen, in die man noch mal extra „reinzoomen“ kann. Normalerweise sucht man sich zu Tode nach diesem einen Bereich, wo mal ein Seestern zu sehen ist, aber mit Hilfe des Partners ist die Suche wesentlich leichter. Nur leider verliert man ihn häufig aus den Augen oder die KI der Tiere zeigt einem immer die gleichen Geheimnisse, weil er zwischen zwei davon hin und her pendelt. Aber: Hey! Wer wollte nicht schon immer einen Flipper für sich selber haben? Hier hat man die Gelegenheit dazu!
„Er braucht blaues Licht.“
Ist man zum ersten Mal im Wasser angekommen wundert man sich doch etwas über die etwas geringe Sichtweite und einen Boden, der Erinnerungen an den Dreamcast wach ruft. Von nun an ist man davon etwas voreingenommen, aber glücklicherweise ist das wirklich nur der allererste Eindruck. Nach den ersten Lektionen von Catherine kommt man in eine kleine Lagune, wo es nur so von Fischen wimmelt und der Ersteindruck wandelt sich in erste Begeisterung. Die Fische bewegen sich absolut glaubwürdig, und die Sonnenstrahlen von der Wasseroberfläche erhellen mit ihrem leuchtenden Licht die Korallen der Lagune. Leider fällt einem bei dauerhaftem Spielen auf, das viele Gebiete mit ihren Korallen gleich aussehen, wohingegen in die Fauna mehr Liebe gesteckt wurde. Glücklicherweise trübt diese „Eintönigkeit“ nicht das Leveldesign. Höhlen und metertiefe Schluchten sorgen immer wieder für Abwechslung und etwas Orientierung im Wasser.
Ich bin der Meinung, das Endless Ocean einen großen Fernseher braucht um richtig zu wirken. Dieses Verlangen verspürt man spätestens, wenn plötzlich der erste Wal aus dem Horizontnebel auftaucht.
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Sucht nach unten?
Der Langzeitspielspaß bei diesem Spiel ist eine Sache für sich. Irgendwann ist die Geschichte zu Ende und man fragt sich: Was nun? Da gibt es die konsolentypischen Elemente wie Schmuckstücke am Meeresgrund finden und Missionen, die neue Frisuren und Kleidung freischalten (alles nur kosmetische Gimmicks, Eigenschaften verbessern ist nicht möglich). Dann ist da auch noch das Sammeln von besagten Informationen über die Fauna im Logbuch. Einige der Fische sind nur zu bestimmten Jahreszeiten zu finden, was die Suche erschwert.
Endless Ocean bietet zwei technische Funktionen, die ich auch noch kurz ansprechen möchte. Erstens ist da die Funktion, dass man seine eigene Musik über eine SD-Karte benutzen kann. Leider ist pro Tauchgang immer nur ein Song möglich. Aber die mitgelieferte Musik von der neuseeländischen Sängerin Hayley Westenra ist ein wunderschönes, mystisches Mitbringsel…wem das nichts sagt, der stelle sich Musik im Niveau von „Herr der Ringe“- Enya vor.
Zweitens ist die Online-Funktion des Spiels zu erwähnen, die es einem erlaubt, zu zweit tauchen zu gehen. Für die Kommunikation untereinander dient ein Menü mit vorgefertigten Sätzen und einem Stift, mit dem man etwas auf den Bildschirm malen kann.
Fazit
Endless Ocean ist ein Spiel, welches seinen Spielspaß auf Entdeckungen aufbaut. In erster Line dient es der Entspannung und soll die Neugier des Spielers wecken - es hat keine anspruchsvollen Jump‘n Run Einlagen oder enge Kurven. Außerdem steckt es voller Wissen über die Tiere und deren Verhalten, wie eine Dokumentation im Fernseher. Für den Hardcorespieler ist es also sicherlich nicht zu empfehlen, die 29 Euro dafür auszugeben. Für andere, die sich durch das Thema angesprochen fühlen, sicherlich schon eher.
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| Grafik : 8/10 (stimmige Atmosphäre, gelungene Fische, manchmal matschige Texturen) Sound : 9/10 (unterstützt eigene Soundtracks - leider nur 1 Lied pro Tauchgang, atmosphärischer Gesamtsound) Gameplay : 7/10 (abgesehen von der Geschichte keine Spannungskurve, man kann nicht sterben, dafür viel erkunden und entspannen) Innovation, Abwechslung : 8/10 (mal ein anderes Spielkonzept, gut umgesetzt, leider kaum Unterschiede von der ersten Stunde des Spiels bis zur Letzten. Wasser ist nun mal Blau.) Wiederspielbarkeit : 6/10 (Für "Hardcoregamer" weniger interessant, aber wenn man frustlos spielen will, ist man sicherlich froh, diesen Titel auf Lager zu haben) Gesamt : 7.5/10 (Bei diesem Spiel heißt es…bin ich ein Fan von Fischen und Tieren, oder bin ich es nicht? Je nach dem ändert sich diese Bewertunge total. Besonders in der Wiederspielbarkeit und Innovation/Abwechslung. Für Leute, die sich stundenlang durch ein Aquarium unterhalten können, ist dieses Spiel eher eine 10/10 wert. Da alle wichtigen Elemente sehr gut umgesetzt wurde. Für den Hardcore Spieler 2 oder 3 Punkte. Hier muss jeder selber wissen was er will…wenn jemand das Spiel schlecht findet, ist es garantiert nicht schuld des Spieles. Eher der Frage: Gefällt es mir zu tauchen? ) |
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