
Crystals
Die Story ist altersbedingt nicht besonders komplex. 4 Helden des Lichts machen sich auf die Suche nach den Kristallen des Lichts und später der Dunkelheit, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Hierbei wurde den Spielfiguren im Gegensatz zum Original etwas mehr Persönlichkeit gegeben, unter anderem Namen und individuelles Aussehen, allerdings bleiben die Charaktere im Spiel recht oberflächlich und die meisten Cutscenes sind nur Überleitungen zum nächsten Dungeon oder Bosskampf. Wer klassische Dungeoncrawler mag, wird sich daran aber gewiss nicht stören.
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Nach dem Level- und Spielsystem von Final Fantasy II, welches von der Idee her ein paar Jahre zu früh da war es gab keine Level, stattdessen wurden nur Attribute besser, die man direkt trainierte - ist das Jobsystem von Final Fantasy III ein Schritt in eine komplett andere Richtung. Eine Richtung, welche noch zahlreiche spätere Teile der Final Fantasy-Reihe und auch Spiele der Konkurrenz stark beeinflussen sollte. Zu Beginn sind alle Charaktere der Gruppe „Freelancer“, sie können von allem etwas, aber nichts wirklich gut. Ein bisschen Magie und ein bisschen Schwertkampf beherrschen sie, bessere Zaubersprüche und Ausrüstung können aber nur spezialisierte Charaktere anwenden. Alle paar Dungeons findet man einen weiteren Kristall und erhält durch dessen Macht ein paar neue „Jobs“ Charakterklassen - zur Auswahl. Neben Standardklassen wie dem „Warrior“, „Thief“, „White Mage“ und „Black Mage“ gibt es weitere Mischmaschklassen wie den magie- und schwertkampfbegabten „Red Mage“, den mit bloßen Händen kämpfenden „Monk“, den besonders schnellen, aber anfälligen „Ninja“ oder den „Evoker“, welcher das Beschwören von Monstern in die Final Fantasy-Reihe einführt. Insgesamt 23 Jobs bietet das Spiel, und es macht Laune, eine ausgewogene Gruppe zu erstellen, wobei man im späteren Spielverlauf auch gezwungen wird, mit anderen Jobs zu experimentieren. Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen : Jeder Jobwechsel erfordert eine über mehrere Kämpfe andauernde „Anpassungszeit“, während welcher einzelne Attribute geschwächt sind. Außerdem sind nicht alle Jobs in gleicher Weise nützlich. Man wird wohl kaum mit einem „Scholar“ in den Endkampf ziehen, wenn dieser zwar genaue Angaben über die Statuswerte eines Monsters geben kann, sich aber ansonsten kaum wehren kann.
Fantasy as usual
Final Fantasy III ist vom Aufbau her ein typisches klassisches RPG. Man reist zu Fuß, zu Wasser und in der Luft durch die Welt, kommt in eine Stadt, deckt sich mit Ausrüstung ein, erfährt von einem Problem, geht in einen nahe gelegenen Dungeon, metzelt alle Monster nieder und beseitigt das Problem dadurch. Auf zur nächsten Stadt. Die Zufallskämpfe, denen man auf der Oberweltkarte und in Dungeons permanent ausgeliefert ist, sind streng rundenbasiert - Active Time Battle gibt es erst ab Final Fantasy IV. Das heißt, man wählt zu Beginn jeder Runde für alle Charaktere Handlungen aus und die Charaktere mit dem höchstem Agility-Wert (Geschwindigkeit) kommen als erste an die Reihe oder eben die Monster, wenn diese schneller sind. Neben üblichen Waffen wie Schwert, Axt und Bogen kommen auch eine gute Handvoll offensive und defensive Zaubersprüche zum Einsatz, außerdem kann man im späteren Spielverlauf Monster beschwören und einige besondere Attacken ausführen. Die Kampfstärke und Anzahl der Zaubersprüche hängt sowohl von dem Level des Charakters als auch dem Joblevel ab. Wie üblich können auch die Gegner paralysieren, einschläfern, vergiften oder verwirren, und nur, wer mit Heilzaubern und Heilitems ausgerüstet ist, kommt unbeschadet davon.
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Apropos Items und Heilzauber Das wiederbelebende Phoenix Down ist, ähnlich wie das magieaufladende Äther, äußerst rar und auch in Läden nicht käuflich. Bevor man einen Wiederbelebungszauberspruch besitzt, sollte man Sterben also tunlichst vermeiden. Aber auch das kann schwer werden. Wie erwähnt, ist Final Fantasy III ein altes RPG, und der Schwierigkeitsgrad wurde größtenteils direkt von dem NES-Teil übernommen. Das bedeutet, es ist obligatorisch, aufzuleveln, bevor man einen neuen Dungeon betritt. Spieler, die nicht mit Oldschool-RPGs aufgewachsen sind, dürften ein paar Startschwierigkeiten bekommen. Ganz und garnicht hilfreich ist dabei der Umstand, dass das Speichersystem permanentes Speichern nur auf der Oberweltkarte zulässt. Zum Glück sind die meisten Dungeons eher kurz. Man hat die Möglichkeit, zwischendrin noch mal zur Oberwelt zurückzukehren, sich in einer Stadt zu heilen, und erst dann denn Dungeoncrawl fortzusetzen. Nur beim letzten Dungeon, welcher ziemlich lang und voller Bosskämpfe ist, fehlt diese Rückzugsmöglichkeit, was dank ein paar Instantdeath-Fallen und verheerenden Attacken der Bosse je nach Level der Charaktere fast schon unfair ist. Leider gibt es das Problem mit unfairen Bosskämpfen immer wieder mal wenn man wirklich Pech hat und ein Boss seine stärksten Attacken mehrmals hintereinander einsetzt, und zusätzlich dazu der Heiler in der Gruppe erst nach dem Boss an der Reihe wäre, hat man verloren.
Mooglenet
Aber nicht alle Spielelemente blieben unangetastet. Neben einem leicht veränderten Storyablauf gibt es als kleines Zugeständnis an die moderne Spielewelt mehr Erfahrungspunkte und Gil für besiegte Monster und neue Sidequests. Diese können aber nur über das nicht wirklich brauchbare Mooglenet freigeschaltet werden. Das Mooglenet stellt den „Multiplayer“ Part von Final Fantasy III dar, welcher sich auf das Versenden von Minimails beschränkt, welches nach dem Austausch der allzeit beliebten Freundescodes möglich ist. Abhängig davon, wie viele Mails man gesendet und empfangen hat, kann man mit anderen Charakteren aus dem Final Fantasy III-Universums ausgiebigen Briefverkehr betreiben und dadurch irgendwann Hinweise auf Sidequests erhalten. Dies ist notwendig, will man alle Ausrüstungsgegenstände und Charakterklassen erhalten, die das Spiel bietet. Unterm Strich ein überflüssiges und nerviges Feature, vor allem, da man nur 2 Mails pro Stunde verschicken kann, eine an einen FFIII-Bewohner und eine an einen echten Spieler.
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Der Umfang und das Gamedesign sind, wenn man das Alter bedenkt, ziemlich gut. Etwa 30-35 Stunden wird man in der Welt von Final Fantasy III verbringen, bis alle Dungeons gesäubert und die Welt gerettet sind. Das Spiel ist allerdings auch eintönig und bietet wenig Abwechslung. Die wohl auffälligste Änderung ist die Technik. Hier zeigt Square-Enix, was der Handheld kann : Ein wunderschönes Renderintro stimmt einen auf Fantasy-Action ein, alles ist in schöner 3D-Optik gehalten und die Monster sehen richtig gut aus. Die Städte und Häuser sind liebevoll entworfen, und auch die Charaktere im SD-Stil (SuperDeformed) machen was her. Einige technische Einschränkungen sorgen dafür, dass man nur gegen je maximal 3 Gegner antritt und in den 3D-Welten viele Objekte „Pappaufsteller“ sind. Die Kamera ist zoombar, was manchmal zum Finden von Secrets benötigt wird, aber im Endeffekt ein unnötiges Feature ist. Der Soundtrack von Nobuo Uematsu wurde ebenfalls neu eingespielt und kommt nun in nicht mehr in NES-typischem Pieps-Midi daher. Tatsächlich klingen die Melodien sogar für heutige Verhältnisse noch ziemlich ordentlich und bieten schöne Ohrwürmer, auch wenn diese damals noch sehr simpel waren. Eine weitere offensichtliche Neuerung ist die Steuerung, welche optional komplett über den Touchscreen möglich ist. Das funktioniert hervorragend, leider gibt es ansonsten kaum sinnvolle Nutzung der 2 Bildschirme - im Gegenteil, der obere Screen bleibt die meiste Zeit schwarz.
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Fazit
Wer jetzt Lust auf das Spiel hat, sollte beachten, dass Final Fantasy III in den 16 Jahren seit dem ersten Release Staub angelegt hat. Wenig Abwechslung, kaum Secrets, wegen dem noch etwas unflexiblem Jobsystem wenig Wiederspielbarkeitswert, veraltete Gameplayelemente (Speichersystem!!) warum sollte man Final Fantasy III dennoch eine Chance geben? Wenn man Final Fantasy-Spiele in erster Linie wegen der Story und erst seit der Playstation-Ära spielt sowie mit klassischen Dungeoncrawlern nichts anfangen kann, sollte man wohl eher auf andere RPGs zurückgreifen wobei der DS aktuell leider noch wenig wirklich brauchbare Konkurrenz bietet. Wer allerdings mit alten JRPGs aufgewachsen ist, Dungeoncrawler liebt oder einfach seine Final Fantasy-Bibliothek vervollständigen will, kauft sich das Spiel und freut sich auf einige vergnügliche Stunden in der sympathischen Final Fantasy III-Welt. Die hübsche Optik sowie das immer noch spaßige Spielsystem sorgen für schönes Retrogaming. Mir hat es größtenteils Spaß gemacht, allerdings kann ich das Spiel nicht jedem empfehlen.
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| Grafik : 9/10 (beeindruckende und liebenswürdige 3D-Optik fordern den DS) Sound : 9/10 (Uematsus frühe Kompositionen klingen simpler, aber dennoch gut) Gameplay : 7/10 (einige veraltete Komponenten wie das Speichersystem und ein paar zu schwere Stellen schmälern den Spaß etwas) Innovation, Abwechslung : 4/10 (Abwechslung kaum. Innovation bei einem 16 Jahre alten Spiel? nicht wirklich.) Wiederspielbarkeit : 6/10 (wer es mag, experimentiert bei einem 2. Durchlauf mit verschiedenen Jobs) Gesamt : 7/10 (Remake eines Klassikers, der leider Staub angelegt hat, aber Genrefans dennoch gefallen kann) |
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