
Als Prinzessin Peach die von Professor I.Gidd erfundene Zeitmaschine ausprobiert, wird sie in der Vergangenheit von den bösen Shroobs aus dem Weltall entführt. In der Gegenwart erscheinen plötzlich Zeitfenster, und so machen sich Mario&Luigi auf, die Prinzessin wieder Mal zu retten. Hilfe kommt von unerwarteter Seite : Die Babypendants zu Mario&Luigi stehen diesen tatkräftig zur Seite...
Zurück in die Zukunft
Schon der Vorgänger setze auf das Zusammenspiel von Mario und Luigi, der Nachfolger setzt mit Baby Mario und Baby Luigi noch einen drauf. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die beiden Babys sitzen meist auf Mario und Luigi, während diese durch die in 2D realisierte Pseudo-Schräg von Oben-Ansicht laufen. Jedem Partymitglied ist ein Knopf zugeordnet. Mit A lassen sich alle Aktionen von Mario ausführen, mit B alle von Luigi usw. Später kann man mit L und R auch zwischen verschiedenen Aktionen wechseln, die Standardaktion schlechthin ist das Springen. Grob kann man das Spiel in 2 Bereiche einteilen : Erforschung und Kampf.
Während der Erforschung der Welten können die Helden RPG-typisch mit anderen Charakteren reden, Dinge einkaufen oder Kämpfe beginnen. Eine Besonderheit sind die Jump n’ Run Elemente, die in das Gameplay übernommen wurden. Statt Schatztruhen hängen Mariotypische Fragezeichenboxen in der Luft, die durch Dagegenspringen ihre Inhalte offenbaren. Manche lassen sich auch nur von einem der beiden Brüder öffnen. Oftmals wollen auch Abgründe übersprungen werden. Luigi dackelt Mario sowohl in der Erwachsenen- als auch in der Babyvariante immer brav hinterher, dafür kann man allerdings die Babys von der Hauptgruppe abspalten und separat steuern. Das Team teilt sich in 2er-Gruppen auf, und statt der Karte sieht man dann im oberen Bildschirm die Aktionen der Babys. Dies ist für viele Rätsel unerlässlich, da diese die Fähigkeiten aller Brüder benötigen. Ganz einfaches Standardrätsel wäre, dass alle 4 hintereinander in kurzer Zeit 4 Blöcke aktivieren müssen, die aber weit auseinander liegen.
Später erlernen die Brüder auch noch unterschiedliche Fähigkeiten, wie z.B. einen Wirbelsprung, um kurz schweben zu können oder den Brüderball, bei dem sich Mario und Luigi in eine große Kugel zusammenrollen, die erstens schneller ist und zweitens die Babys „zerquetschen“ kann, damit diese unter dünnsten Spalten durchkommen können (die Anleitung nennt diese Aktion „Babykuchen“). Die Rätsel sind darauf ausgelegt, dass die Fähigkeiten kombiniert werden wobei die meisten Rätsel eine nette Abwechslung zu dem in anderen RPGs ständig auftretenden „Verschiebe Kiste A und Kiste B an Ort C und D“-Rätseln darstellen. Das gelungene Level- und Rätseldesign macht eine Menge Spaß, auch wenn sich einige Rätsel mit der Zeit wiederholen. Mariotypische Elemente wie Röhren, welche die Levelabschnitte miteinander verbinden, sorgen für das nötige Flair.
Die Welten selbst sind großflächig und passen alle in das Mario-Universum. Yoshiinsel, Pilzpalast- und Dorf, Vulkan und die anderen Welten sind gut ausgearbeitet. Allerdings sind sie auch alle sehr linear und auch, was die Zeitreisethematik angeht, wurden einige Chancen verpasst. Was man Rätsel- und Storytechnisch noch hätte rausholen können, zeigen eindrucksvoll Titel wie „Day of the Tentacle“.
Menü- und Itemverwaltung laufen alle über den sprechenden und häufig Tipps gebenden Koffer „Steckweg 08/20“. Die Items sind, dem Mariouniversum entsprechend, Superpilze für Heilung, Orden als Accessoires (z.B. zum Attribute verbessern oder bestimmte Dinge auslösen) sowie Latzhosen als „Rüstung“. Außerdem kann man dort den Status der Charaktere, Geld und Spielzeit checken.
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Fight Club
Was die Mario-RPGs ebenfalls von anderen RPGs abhebt, ist das actionorientierte Kampfsystem. Es gibt keine Zufallskämpfe, die Gegner laufen in den Welten rum. Berührt man einen Gegner, beginnt der Kampf. Spring man auf ihn drauf, hat man selbst den Vorteil, überrascht einen der Gegner, ist man im Nachteil. Während Befehle und Reihenfolge der Angriffe rundenbasiert ablaufen, hat man während einer Attacke des Gegners die Möglichkeit, durch entsprechendes Timing den angegriffenen Bruder ausweichen oder sogar kontern zu lassen. Wenn z.B. ein Gegner auf Luigi zurennt, drückt man Luigis Knopf im richtigen Moment, woraufhin dieser springt, den Gegner ins Leere laufen lässt und passendes Timing vorausgesetzt dann wieder auf dessen Kopf landet und ihm Trefferpunkte abknöpft. Dadurch wäre es prinzipiell möglich, allen Attacken des Spiels zu entgehen. Leider ist nicht immer gut erkennbar, welcher Bruder angegriffen werden soll, und in der Hektik des Kampfes kann man schon mal leicht die Knöpfe verwechseln. Ebenso kann man durch getimtes Drücken eines Knopfes seine eigenen Attacken verstärken bzw. die auf dem Rücken sitzenden Babys mit einbeziehen.
Mit den Bros.-Items lassen sich mächtige Teamattacken ausführen. Mario und Luigi kicken abwechselnd einen Schildkrötenpanzer zwischen sich und dem Gegner hin und her, werfen Feuerbälle, rennen von einem Kettenhund gejagt durchs Bild und springen abwechselnd auf die Gegnerköpfe, spielen mit einem Riesenei und dem Kopf eines Gegners als Tor Fußball... wie immer muss man im richtigen Moment den Knopf des jeweiligen Charakters drücken, ansonsten bricht die Attacke ab und der Kampf geht normal weiter. Die Kämpfe setzen also vor allem Timing und Geschicklichkeit voraus; Taktik wird nur selten gefordert, da Aktionen wie Vergiften, Verwirren oder Betäuben nur selten von den Gegnern eingesetzt wird. Einzig die wirklich gelungenen Endgegner bilden da eine Ausnahme, aber mit den mächtigen Bros.-Attacken sind auch diese meist problemlos zu besiegen.
Erfahrungspunkte gibt es auch, nach einer bestimmten Anzahl steigt ein Charakter einen Level auf, alle Attribute werden erhöht und man kann sich ein Attribut aussuchen, welches eine zufällig bestimmt Anzahl an Punkten mehr erhält. Die Attribute sind RPG-Standard Angriff, Verteidigung, Geschwindigkeit und HP. Das Attribut „Bart“ entspricht im Endeffekt dem Standardwert Glück. Nichts besonderes also.
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Mario?
Mario&Luigi Partners in Time könnte vom Konzept her ein absolutes Über-RPG sein. Viele tolle Ideen, ein pfiffiges Kampfsystem und nicht zuletzt die Möglichkeit, das Team in 2 Gruppen aufzuteilen. Aber wie bereits angedeutet, wurde die Zeitreise-Thematik eher ungenügend umgesetzt und wirkt nur wie ein Aufhänger, die Babys mit ins Spiel zu bringen. Ein weiteres Problem ist, dass PiT zu wenig echten Forscherfreiraum für ein RPG bietet und zu linear ist. Zudem ist der Steckweg 08/20 Koffer fast schon eine Kompletlösung für das Spiel es wird zu jedem Zeitpunkt ganz deutlich gesagt, wohin man als nächstes zu gehen hat und was man dort zu tun hat, selbst wenn es offensichtlich gewesen wäre. Dazu kommt, das PiT fast keinen Wiederspielbarkeitswert besitzt. Keine echten Geheimnisse, keine nennenswerten Abzweigungen oder Bonusitems und kein 2. Schwierigkeitsgrad der normale ist wenig fordernd. Wenn man nicht gerade wegen der Story ein 2. Mal auf die Reise geht, ist nach etwa 15-20 Stunden der Ofen aus. Die Story ist zwar kindgerecht und wenig komplex, bietet aber einige gelungene Slapstickeinlagen, die für ein breites Grinsen sorgen dürften.
Optisch ist TiP nicht besonders spektakulär, die stellenweise etwas schwachen Hintergründe könnten auch auf dem GBA in ähnlicher Form erscheinen. Dafür sind die Animationen liebevoll gemacht und die Charaktersprites sind in einem gelungenem Stil dargestellt. Die Musik ist nett und bietet neben einigen Remixes bekannter Mariothemen auch einige neue Melodien. Sprachausgabe gibt es bis auf ein paar lustige italienische Sprachsamples und Babygeschrei nicht, die Geräusche sind normal und stören nicht, stechen aber auch nicht besonders hervor. Der Touchscreen wird nur ein einziges Mal genutzt, und diese Nutzung wirkt zu dem Zeitpunkt etwas aufgesetzt, nach dem Motto „Hey, irgendwas müssen wir damit ja auch noch machen...“. Dafür werden die 2 Bildschirme für Teamrätsel und Kämpfe gut ausgenutzt.
Fazit
Insgesamt ist Mario&Luigi Partners in Time ein Spiel mit vielen guten Ideen, einigen interessanten Ansätzen, aber zu wenig Freiheiten und Geheimnissen für ein RPG. Daher kann man das Spiel vor allem Mariofans und jungen RPG-Einsteigern empfehlen. Erfahrene RPG-Fans, die eine größere Welt und eine komplexere Story erwarten, sollten auf Spiele wie Final Fantasy 3, Xenosaga oder Ash : Archaic Sealed Heat warten.
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| Grafik : 7/10 (nette Animationen, stellenweise etwas lieblose Backgrounds) Sound : 8/10 (sympathische Melodien und lustige Sprachsamples) Gameplay : 8/10 (sehr interessantes Kampfsystem und viele coole Rätsel, manchmal etwas sehr einfach) Innovation, Abwechslung : 7/10 (kein großer Sprung vom Vorgänger, dank der Teamrätsel und der 2 Bildschirme gibt’s einige nette Situationen) Wiederspielbarkeit : 5/10 (nach 15-20 Stunden ist der Spaß vorbei, total linear und keine Secrets oder neue Schwierigkeitsgrade) Gesamt : 7.5/10 (solider RPG Happen für Zwischendurch, dessen gutes Grundkonzept durch einige Mängel ausgebremst wird) |
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