Metal Slug Advance







Intro


Wer schonmal in einer Spielhalle ein paar Münzen übrig hatte und sich bereits auskannte, kannte sicher auch den Weg zum nächstbesten Metal Slug-Automaten. Metal Slug ist klassische 2D-Sidescrollingaction, aber liebevoll designt und dank simpel-genialem Gameplay hart, aber fair. Neben King of Fighters ist Metal Slug derzeit das Hauptzugpferd der finanziell immer noch angeschlagenen Firma SNK Playmore. Was liegt also näher, als Umsetzungen auf Heimkonsolen? Fast jeder Metal Slug- Teil ist auch auf Konsolen wie dem Sega Saturn, der Playstation (2), XBox oder auch zukünftig dem Gamecube erhältlich. Auf Handhelds sah man bisher nur die gelungenen NeoGeo Pocket-Games, Metal Slug  1st& 2nd Mission, welche inhaltlich komplette Neuentwicklungen mit vielen guten Ideen und hervorragendem Leveldesign sind, allerdings auch mit stark abgeändertem Gameplay (weniger Arcadelastig, mehr wie ein "normales" Konsolenspiel). Viele Zocker hofften dennoch auch auf ein ähnliches Spiel, als Metal Slug Advance für den Game Boy angekündigt wurde. MSA ist allerdings eher wie die Original Arcadegames, ohne wirklich "Arcade" zu sein...


Gameplay


MSA besteht wie die Arcadeteile aus einer geringen Anzahl an Stages (5 Stück + ein geheimer Dungeon), führt allerdings die aus den NeoGeoPocket bekannte Lebensenergieleiste ein - man ist nicht mehr nach jedem Schuss sofort tot. Die Story : "Alle anderen sind die Bösen. Schieß." ist in Metal Slug zum Glück nie im Vordergrund gestanden, dafür gnadenlose Action. Die bekommt man auch auf dem GBA geboten. Zunächst mit der MS-typischen Handgun, Kampfmesser und Granaten ausgestattet, erhält man im Verlauf auch noch die "Heavy Machinegun", "Shotgun", "Drop Shot", "Laser", "Flame Thrower", "Rocket Laucher" und unzählige andere Waffen. Die Gegner schießen aus allen Richtungen. Helikopter, Panzer und merkwürdiges anderes Kriegsgerät versuchen, den Helden das Lebenslicht auszublasen. Daher kann man die ganzen Waffen natürlich auch sehr gut gebrauchen. In den Leveln verstreut sind Gefangene, die es zu befreien gilt; es lohnt sich, den sie zeigen sich dankbar und geben dem Spieler neben neuer Ausrüstung auch Karten - dazu später mehr. Die namensgebenden Slugs sind natürlich ebenfalls vorhanden; der klassische Slug Tank, der Slug Flyer, der aus den neueren Teilen bekannte Slug Gunner und einige weitere Variationen. Die beiden Helden (spielerisch gleich, optisch verschieden) sind hingegen Neuzugänge in der Welt des Slugfests : Walter und Tyra (sieht aus, wie Nadia aus MS4...), 2 Rekruten. Manch einer wird Marco&Co. sicher vermissen...

Karten? In jeder der 5 Stages sind überall "E-Cards" versteckt, außerdem erhält man beim Befreien von Geiseln und beim Erfüllen bestimmter Bedingungen weitere der heißbegehrten Sammlerobjekte. Einige sind neben dem Sammlerwert relativ nutzlos (z.B. "Washout" bei totalem Versagen, "Charactercards"), andere erhöhen eure Munition und verstärken die Waffen (z.B. "Dropshot +"), wieder andere schalten neue Levelabzweigungen oder gar den geheimen 6. Level frei. Die insgesamt 100 versteckten Karten und die 100 Gefangenen sollen für einen erhöhten Wiederspielbarkeitswert sorgen, denn man hat leider (Schande!!) keine Highscorefunktion eingebaut. Seinen Fortschritt darf man natürlich abspeichern.

Die Stages sind zwar neu, aber die Objekte kennt man aus den bisherigen Slugs. So orientieren sich die Backgrounds und Gegner an den Dschungelwelten von Teil 4, für einige Fans sicher ein Grund zur Freude, da man von dem stark Fantasygeprägten Setting von Metal Slug 2, X und 3 Abstand genommen hat (wobei die abgedrehten Slugs auch sehr gut sind und ihren eigenen Charme entwickelt haben). Die Bossfights sind richtig hart, aber damit rechnet man bei Metal Slug irgendwie. Auch der Rest der Stages hat es nach der Warmlaufphase in sich. Vorallem, wenn man die Karten sammeln will, wird es schwer - man darf nicht sterben, sonst darf man zwar weitermachen, nicht aber die Karten behalten... Leider ist das Spiel viel zu kurz, daran ändert auch der Dungeon -Stage6- nichts (auch wenn es dort nochmal neue Gegner und Backgrounds zu bewundern gibt). Außerdem reagiert die GBA- Steuerung nicht ganz so präzise, wie das bei den Arcade- und Heimkonsolenumsetzungen der Fall ist.


Technik


Die Animationen sind auf hohem Niveau und kommen fast an das NeoGeo- Original ran. Vorallem die ulkigen Gegner und Bosse sorgen für breites Grinsen. Auch die Effekte kommen besser, als z.B. bei der PSone-Umsetzung von Metal Slug X. Dafür sind leider die Backgrounds nicht so gelungen - Viel wiederholt sich und irgendwie sind die Backgrounds auch etwas langweilig. Die Musikstücke sind zum Großteil aus den Vorgängern übernommen, welche meist einen äußerst gelungenen, treibenden Soundtrack zu bieten hatten. Explosionen und Kampfschreie klingen wie im Vorbild, mit GBA- Qualitätsabstrichen natürlich. Man fühlt sich also "wie zuhause"...


Fazit


MSA ist ein typischer Vertreter der Metal Slug- Zunft. Leider kann man nicht gerade von Originalität sprechen, hat doch SNK Playmore das meiste aus den Vorgängern entnommen und wiederverwertet. Auch die Kürze des Spiels gibt Anlass zum Meckern. Auf der positiven Seite hat man ein schweißtreibendes, fair designtes Actionspiel alter Schule, das vorallem Slugveteranen und Sammler ansprechen dürfte. Alle anderen greifen zunächst zu den günstigeren (und besseren!) "großen" Metal Slug Spielen für PS2 und XBox (Metal Slug 3, Metal Slug 4, Metal Slug X...).


Player: 1 Release: 12.11.04 Firma: SNK Playmore Version: EU
Grafik : 7/10 (sehr gelungene Animationen, etwas schwache Backgrounds, "alles nur geklaut" wenn auch von den eigenen Vorgägnern)
Sound : 9/10 (gelungener Soundtrack, brachiale Soundeffekte)
Gameplay : 8/10 (OldSchool 2D, leider nicht immer mit präziser Steuerung)
Innovation, Abwechslung : 7/10 (woher kennen wir das alles nur? Mhh, Metal Slug 1-5? Neeeeeee.... ansonsten gewohnte Unterhaltung)
Wiederspielbarkeit : 7/10 (sehr kurz und keine Highscoreliste, dafür Sammelkarten und geheime Stages/Abschnitte)

Gesamt : 7.5/10 (ordentlicher GBA-Auftakt, der aber unter etwas unter der Faulheit der Entwickler zu leidern hatte...)


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