
Es gibt viele Mario-Spinoffs, aber nur wenige erreichen auch nur im Ansatz die Popularität eines Mario Kart. Mario Kart ist ein leicht zugänglicher Funracer, Mario Kart ist Krieg gegen Freunde, Mario Kart ist ein Spiel, welches einem den Gemütszustand „Zorn auf meinen Mitspieler“ erst wirklich verdeutlich, und... Mario Kart ist nun online! Die 2. tragbare Version von Mario Kart verwirklicht endlich, was viele bereits von Mario Kart : Double Dash für den Gamecube erwartet haben : Es lässt sich im Internet gegen Spieler aus aller Welt zocken. Und außerdem ist es neben Nintendogs DAS Zugpferd für Nintendos Weihnachstgeschäft 2005 und wie wir mittlerweile wissen, haben die Zugpferde den DS in der Gunst der Spieler ziemlich nach vorne gebracht...
Business as usual
Im Gegensatz zu Double Dash ist man nun wieder alleine auf dem Kart unterwegs, und auch die Anzahl der Fahrer ist reduziert worden. Insgesamt 12 Fahrer warten auf euch, aber auch über 36 Karts darf man frei verfügen die Mischung will gut überlegt sein, denn je nach Kombination sind die Schwerpunkte der Steuerung mal auf Geschwindigkeit, mal auf Kurvenlage oder Driften gelegt. Wenn Waluigi in seinem Kranwagen anbrummt oder Luigi auf seinem Staubsauger rumfährt, zeigt sich, dass die Fahrzeuge noch kreativer gestaltet sind , als es bereits in Double Dash der Fall war. Die Wahl zwischen den Geschwindigkeitsklassen 50ccm, 100ccm und 150ccm bestimmt wie üblich neben der Geschwindigkeit auch den Schwierigkeitsgrad.
Hat man sich entschieden, stehen einem 2 Grand Prix mit jeweils 4 Cups zu je 4 Strecken zur Wahl. Der Nitro-Grand Prix beinhaltet neue, exklusive Strecken, die von der Machart an die Gamecubestrecken erinnert. Im Retro-Grand Prix finden sich klassische Strecken aus allen vorangegangenen Mario Kart Spielen. Hier dürfte für jeden was dabei sein, zumal die neuen Strecken allesamt absolut hochwertig sind. Sei es nun ein riesiger Flipperautomat, durch den man fährt, die aus Super Mario 64 bekannte Uhrwerktraumatik oder Klassiker reloaded wie z.B. ein neuer traditioneller Regenbogen-Boulevard oder eine typische Wario-Motocrossbahn alle Strecken sind mit Abkürzungen, Raffinessen und gut platzierten Itemboxen bestückt.
Itemboxen? Wer Mario Kart noch in keiner Ausführung kennen sollte : Es geht nicht nur um die fahrerischen Talente, sondern auch um das Einsetzen von Items. Als Beispiele sollen hier mal die Schildkrötenpanzerwurfgeschosse, die Geschwindigkeitsboostpilze und die Unverwundbarkeitssterne genannt werden. Doch glücklicherweise gibt es auch eine handvoll neuer Items, die sich nahtlos in das bisherige Repertoire einfügen. Kugelwillie lässt einen wie besessen in die Gegnerhorden reinfahren und ein Tintenfisch versperrt mit seiner Tinte den voranfahrenden Gegnern die Sicht. Nach wie vor etwas unausgeglichen : Der blaue Schildkrötenpanzer, der automatisch auf den führenden Fahrer losgeht und diesen mit einer riesen Explosion ausbremst - und dem man nicht ausweichen kann, wenn man nicht zufällig noch einen Superstern oder einen Geist besitzt. Gerade, wenn man in der letzten Runde 2-3 von den Dingern reingepfeffert bekommt, verflucht man dieses Item gar fürchterlich...
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Hat man alle Cups auf allen Schwierigkeitsgraden gemeistert, kann man sich noch mit den neu hinzugekommenen Rennmissionen beschäftigen. Münzen auf der Fahrbahn einsammeln, Einzelduelle bestreiten, Tore durchfahren und Endgegner besiegen stehen vorrangig auf dem Programm. Insgesamt 63 Missionen in 7 Level unterteilt dürften noch mal einige Zeit beschäftigen. Danach gibt es noch Zeitfahren (auch gegen die besten Fahrer von Nintendo) und Einzelrennen. Außerdem darf man erstmals die Wettkämpfe auch im Solomodus gegen die KI durchführen. Hierbei hat man nach wie vor 3 Luftballons, und muss dem Gegner diese durch geschickten Itemeinsatz mit Schildkrötenpanzern et cetera zerstören. Quasi ein Deathmatch mit Mariocharakteren. Erstmals kann man Luftballons auch wieder aufblasen, DS Mikrophon sei Dank...
Die Steuerung ist erstaunlich gut gelungen und kommt fast an die Analogsticksteuerung auf dem Gamecube ran. Driften ist wie immer mit dabei, neu hinzugekommen ist, aus dem Windschatten des Gegners durch die Fahrtluft an Geschwindigkeit zu gewinnen. Ebenfalls neu und nicht unumstritten : Das Snaking. Durch permanentes Power-Driften auf der Geraden wird hierbei eine deutliche Geschwindigkeitserhöhung erzeugt. Im Gegensatz zur Meinung, es handle sich um einen Programmfehler, und die Ausnutzung von eben diesem wäre cheaten, steht die offizielle Aussage Nintendos : Das war wirklich so gedacht. Mario Kart bietet einen leichten Einstieg, um die Fahrweise zu perfektionieren und die Strecken zu meistern dürfte man aber durchaus mehrere Wochen brauchen.
International Gamer
Das beste an Mario Kart ist wie üblich der Multiplayermodus. Über WiFi sind Spiele mit bis zu 8 Mitspielern möglich, wenn der andere Spieler keinen DS besitzt, darf er immerhin mit ShyGuy über 8 ausgewählte Kurse mitdüsen. Im Multiplayer ist Mario Kart DS absolut unschlagbar. Und endlich wurden die Gebete erhört : Mario Kart DS ist über Wireless LAN online spielbar! Das erhöht den Wiederspielbarkeitswert natürlich gehörig, auch wenn es beim Onlineplay doch einige Kritikpunkte gibt.
Viele Strecken sind nicht anwählbar, viele Items gibt es hier nicht, andere lassen sich nicht wie gewohnt einsetzen (z.B. Schildkrötenpanzer hinter sich herziehen als eine Art „Schild“ Dinge, die wahrscheinlich mit Performanceproblemen zusammenhängen, ärgerlich ist es dennoch. Auch in anderen Bereichen zeigt sich ein wenig Nintendos Unerfahrenheit in Sachen Onlinegaming. Auf eine Lobby wurde verzichtet, großes Rankingschnickschnack gibt es ebenfalls nicht entweder, man verabredet sich mit Freunden, mit denen man sog. Freundescodes ausgetauscht hat oder man spielt gegen zufällig ausgewählte Gegner in den Bereichen „Kontinent“, „Global“ oder „Rivalen“. Schade, denn gerade eine Lobby mit einem erweitertem Pictochat wäre genial gewesen, doch hier hatte Nintendo wahrscheinlich Angst um ihr teilweise recht junges Klientel und den Abschaum, der sich teilweise in solchen Chats/Lobbys rumtreiben würde...
Technik unter der Motorhaube
Grafisch gibt sich Mario Kart DS von seiner Schokoladenseite, das Spiel läuft zu jedem Zeitpunkt absolut flüssig ab und die Charaktermodelle und Kurse verblüffen mit vielen Details, hervorragenden Ideen und Stil. Man darf natürlich bezweifeln, dass auf dem DS technisch nicht noch mehr möglich ist gerade bei den Lichteffekten geht noch mehr. Aber bisher ist Mario Kart DS eines der grafisch besten Titel für den Handheld. Die Musik ist mariotypisch mit vielen fröhlichen Ideen und einigen Mitsummliedern ausgestattet, dank Surroundsound weiß man schon frühzeitig, wenn feindliche Zielsuchschildkrötenpanzer ihr Ziel suchen.
Die speziellen Fähigkeiten des Touchscreens wurden bis auf die Möglichkeit, ein eigenes Logo zu entwerfen, ignoriert, dafür wird der 2. Screen für eine Übersichtskarte verwendet, und das Mikrofon wie geschrieben für „Luftballons“
Fazit
Bis auf ein paar kleine Fehlerchen ist Mario Kart DS ein Spielspaßgarant erster Güte, den jeder Nintendo DS Besitzer zumindest mal gespielt haben sollte. Der Onlinemodus, die enorm große Strecken- und Fahrzeugeauswahl sowie die vielen Einspieleroptionen sorgen für wochenlangen Spielspaß auf höchstem Niveau und machen Mario Kart DS zum einem der besten Funracer der letzten Jahre und zu einem der besten Mario Karts überhaupt!
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| Grafik : 8/10 (tolle Framerate, detaillierte Strecken und Wagen, etwas effektarm) Sound : 9/10 (toller Surroundsound, welcher mit stimmigem Soundtrack überzeugt) Gameplay : 10/10 (Steuerung perfekt, hoher Spielspaß dank Tiefgang) Innovation, Abwechslung : 8/10 (altbewährt, aber immer noch gut und dank vieler Strecken sehr abwechslungsreich) Wiederspielbarkeit : 9/10 (im Multiplayer fast unendlich, als Singleplayer ist nach ein paar Wochen die Luft raus) Gesamt : 9/10 (überzeugender Auftritt der besten Funracerserie auf dem DS) |
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