Besonders interessant bei den Mega Man-Spielen ist die Möglichkeit, neben seiner Standardwaffe, der Plasmakanone, die Waffen der besiegten Endgegner zu übernehmen und selbst anzuwenden; Das gab es damals noch nicht in jedem Spiel. In MM3 gibt es 8 solcher Endgegner, in der dt. Fassung „Robotermeister“ genannt. Das Spiel beginnt in einem Auswahlbildschirm, wo man sich für einen der 8 Robotermeister entscheidet. Sobald man seine Wahl getroffen hat, wird man in den entsprechenden Level katapultiert und es geht los. Die Level sind im Stil der jeweiligen Robotermeister gehalten, in Snake Man’s Level läuft man z.B. auf Rohren mit schießenden Schlangenköpfen herum, bei Spark Man in einem riesigen Kraftwerk oder bei Hard Man in einem Bergwerkkomplex. Die Ideen waren damals noch nicht verbraucht, und jeder Roboter und sein Level sind individuell gestaltet (was bei einigen neueren Mega Man-Games nicht mehr unbedingt der Fall ist). Außerdem lernt man, dass manche Robotermeister mit bestimmten Waffen leichter zu schlagen sind und kann eine ideale Reihenfolge für die Level herrausfinden.
Mega Man 3 hat 18 Level (+ 3 mit den Kämpfen gegen Protoman und dem letzten Dr.Wily Fight) und ist damit das längste NES-Mega Man-Spiel. 8 Robotermeister mit eigenem Level, danach geht es in 4 der Levels zurück (Needle Man, Shadow Man, Spark Man, Gemini Man, natürlich alle Welten halb zerstört nach Mega Mans erstem Besuch) um dort die Remakes der 8 Robotermeister aus Teil 2 zu bekämpfen leider, ohne danach ihre Waffen zu erhalten. Und danach welch Überraschung geht es in die Endrunde in Dr.Wily’s Labor (Dr.Wily hat nämlich alle hinters Licht geführt; wer hätte das gedacht…). Bei so vielen Level ist man froh, eine gescheite Passwortfunktion zur Verfügung zu haben, um nicht immer von vorne anzufangen.
Das Spiel spielt sich flüssig, Mega Man hat einen neuen Move erlernt (er kann auf den Boden rutschen) und klettert schneller als in den Vorgängern. Begleitung erhält er von dem Roboterhund Rush, der sich in ein U-Boot, einen Flugjet und ein Sprungbrett verwandeln kann (und Mega Man dadurch an sonst unerreichbare Stellen bringt). Der Schwierigkeitsgrad ist Mega Man-typisch hoch, aber noch bei weitem nicht so hoch, wie in späteren Teilen.
Technisch ist MM3 für NES-Verhältnisse Anfang der Neunziger sehr gut, es ruckelt nur selten, und das NES-typische Verschwinden von Sprites kommt fast gar nicht vor. Die Hintergründe sind detailliert, man sieht technische Geräte, aufleuchtende Lichter, Lava, Rohre keine leeren Backgrounds mehr, wie in einigen Leveln der Vorgänger. Die Animationen der bewegten Figuren sind flüssig und wissen, zu gefallen außer Mega Man selber, der zwar nicht schlecht aussieht, aber sich seit Teil 1 kaum verändert hat. Allerdings bewies Capcom selbst mit späteren Teilen der Serie auf dem NES, dass durchaus noch mehr möglich ist.
Der Soundtrack von MM3 gehört mit zu den besten Soundtracks der Serie die Melodien haben Ohrwurmqualität (die Titelmusik, Proto Man’s Theme, die Dr.Wily Welten etc.) und wurden (den NES-Standards enttsprechend) gut umgesetzt. Leider hinken die Soundeffekte da ein bisschen hinterher es war schon damals besseres möglich.
Der Titel ist, für ein NES Shoot em’up, ziemlich groß und dürfte einem einige Nachmittage verschönern. Einigen Leuten könnte dieser Titel jedoch zu schwer sein. Mega Man selbst hätte außerdem ein paar neue Animationen vertragen können. Einer der besten Mega Man Spiele überhaupt!
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| Grafik : 7/10 (SciFi-Stil, ohne Ruckler oder Fehler, individuelles Design und detaillierte Backgrounds) Sound : 8/10 (Super Musik, etwas enttäuschende Soundeffekte) Gameplay : 9/10 (die Steuerung ist simpel, aber gut ausführbar. Hart, aber fair.) Innovation, Abwechslung : 9/10 (Rush, der Hund als neuer Partner, viele individuelle Gegner und Level) Wiederspielbarkeit : 6/10 (kaum Secrets, aber man kann die perfekte Waffe für jeden Boss suchen) Gesamt : 8.5/10 |
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