Mega Man 5



Mega Man 5 (Rockman 5: Blues no Wana?! in Japan) erschien mit einer Rekordverspätung in Deutschland: Während man das Spiel auf der restlichen Welt schon 1992 spielen konnte, so brauchte MM5 satte drei Jahre, um es dann 1995 zu uns zu schaffen (und heute regt man sich um die PAL-Verschiebungen von SNK Playmore auf...). Hoffentlich hat sich das warten wenigstens gelohnt…




Da wirft sich doch eigentlich die Frage auf, warum MM5 überhaupt noch zu uns kam: 1995 war so ungefähr DIE Zeit des SNES, Mega Man 7 war fast schon da, Mega Man 6 erschien 1993/94, Playstation und Saturn wurden langsam zu einer echten Bedrohung für „Big N“’s 8 und 16-bit Konsolen (davon mal abgesehen, das das NES schon so gut wie tot war in der restlichen Welt). Naja, aber es ist halt Capcom: Wenn man die Gelegenheit hat, Geld mit irgendeiner x-ten Fortsetzung zu machen…na ja, warum halt nicht noch mal ein 8-bit MM auf den Markt werfen, selbst wenn es drei Jahre zu spät kommt? Warum wurde dann aber nicht gleich noch Mega Man 6 zu uns gebracht? Dinge, die im Nebel liegen…


Business as usual... usual… usu…


Um es schon mal vorwegzunehmen: MM5 macht nichts, was die Vorgänger nicht auch schon getan hätten: Bekanntes Gameplay, bekannte Grafik, bekannte Musik, aber alles trotzdem wieder auf dem bekannten hohen Niveau.

Storymäßig geht’s einfach zu: Dr.Light wurde anscheinend von seiner eigenen Kreation Protoman entführt und Mega Man muss versuchen, ihn aus dieser Lage zu befreien. Zu dumm, dass auch dieses mal wieder acht Robotmaster was dagegen haben: Stone Man (der lustigerweise auf der Rückseite der Packung als „Rock Man“ bezeichnet wird ;) ), Star Man, Wave Man, Gyro Man, Gravity Man, Chrage Man, Crystal Man und Napalm Man.




Bewaffnet mit seinem nochmals verbesserten Mega Buster macht sich Mega Man auf den Weg, Dr.Light zu befreien. Wie gewohnt sind Roboterhund Rush und seine drei Formen Jet, U-boot und Sprungbrett auch wieder mit dabei, außerdem begleitet Mega Man ein neuer Helfer: Robotvogel Beat. Dieser unterstützt Mega Man, allerdings muss man erst die Buchstaben M,E,G,A,M,A,N,V in den Levels finden, um ihn herbeirufen zu können. Desweiteren gibt es noch den neuen „Super Arrow“, einen Pfeil, der an Wänden hängen bleibt und somit eine Plattform entstehen lässt, mit der man an höher gelegene Orte gelangt. Auch dieser muss erst gefunden werden.


Gravity


Großes Lob verdient diesmal der Levelaufbau, besonders die Gravity Man Stage, in der man öfters mal an der Decke hängt und manche Leitern kopfüber runterklettert, in der Wave Man Stage hingegen wartet eine kleine Shoot em` Up Einlage auf einem See auf den Spieler, oder man kämpft sich in Charge Man’s Stage über einen rasenden Zug. Wie immer sind die Levels mit allerhand Fallen gespickt und abwechslungsreich. Das Spiel hat laut Packung 13 Level.




Grafisch ist MM5 wieder gut geworden: Große, abwechslungsreiche Gegnersprites und gute Hintergründe werden geboten, insgesamt ist das Spiel also wieder auf hohem Niveau, auch wenn man manche Sachen in den Vorgängern schonmal gesehen hat. Leider hat das Spiel manchmal mit massiven Slowdowns zu schaffen, wenn zu viele Gegner auf einmal da sind, aber das Problem kennt man ja bereits.

Musikalisch ist MM5 ebenfalls gut geworden: Schöne Melodien, die nicht nerven, persönlich gefällt mir der Soundtrack fast sogar besser als der von MM4, bis auf die Musik der ersten Protoman Stage, die viel zu hoch gepitcht ist und an Körperverletzung grenzt.

Für das Gameplay könnte ich eigentlich den Absatz aus meinem MM4 Review mit kleinen Änderungen benutzen…und ich mach’s auch: Gewohnte Mega Man Qualität, aber bis auf den neuen Helfer Beat und dem Super Arrow leider nichts neues. Dafür sind die Level schön abwechslungsreich.


Fazit


MM5 geht den gewohnten Weg weiter: Keine besonders tollen Änderungen, aber Spaß macht’s halt trotzdem und abwechslungsreich ist es dank der tollen Level auch. Must-have.


Player: 1 Release: 1992/95 Firma: CAPCOM Version: PAL
Grafik: 8/10 (Gewohnte Qualität der Serie, gute Sprites, nette Hintergründe)
Sound: 8/10 (Bis auf die Protoman Stage tolle Musik, altbekannte Soundeffekte)
Innovation, Abwechslung: 7/10 (Abwechslungsreich gestaltete Level, neue Helfer Beat und der Super Arrow, sonst nichts großartig Neues)
Gameplay: 8/10 (Gute Steuerung, teilweise anspruchsvoll und abwechslungsreich)
Wiederspielwert: 6/10 (Wenn einem das Retrofieber mal wieder packt, aber sonst…)

Gesamt: 8/10 (MM5 führt die Serie würdig fort.)


Howitzer

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