Ninja Gaiden Dragon Sword



Ninja Gaiden DS - Artwork



Itagaki, Head-Ninja von Tecmos Studio Team Ninja und verantwortlich für die Dead or Alive-Reihe sowie die neuen Ninja Gaiden-Spiele, hat irgendwann einmal in einem Interview gesagt, er würde Spiele nur für das jeweils technisch stärkste erhältliche System herstellen. Während nun Fanboys darüber streiten können, ob die XBox 360, auf der die meisten neuen Team Ninja-Spiele erscheinen, oder die Playstation 3 das technisch stärkste aktuelle System ist (auf dem Papier ist es jedenfalls die Playstation 3), dürfte wohl niemand ernsthaft behaupten wollen, der DS hätte mehr technische Power, als die PSP... Warum also hat Itagaki sich für den Ninja Gaiden Handheldableger nun den DS als Platform ausgesucht? Darauf Itagaki in einem GameSpy-Interview : "Würde ich dafür (PSP) ein Spiel machen, könnte ich stattdessen genausogut ein weiteres Spiel für die 360 machen, oder sowas, weil es nicht wirklich das Paradigma ändert, dass man einen Knopf drückt oder ein Steuerkreuz und irgendwas passiert. Was ich wirklich wollte, war, Vorteil aus dem einzigartigen Design zu ziehen, welches die DS-Hardware anbietet."
Und das ist ihm auch im Großen und Ganzen gelungen.


Stylus Schwert

Ninja Gaiden: Dragon Sword ist, was die Steuerung anbelangt, ähnlich mutig, wie Zelda : Phantom Hourglass. Eine klassische Steuerung über Buttons und Steuerkreuz ist über Bord geworfen worden, das Spiel wird vollständig via Stylus gesteuert. Tippt man auf eine Stelle, läuft Ryu dorthin, bei schnellen diagonalen Strichen schwingt er sein Schwert und bei kurzen, schellen Aufwärtsbewegungen springt Ryu. Es gibt natürlich noch einige Spezialmanöver, die ebenfalls alle intuitiv ausgelöst werden - so z.B. Ryu's klassischer und allzeit beliebter Izuna Drop oder diverse Fernkampfoptionen. Lediglich das Blocken wird durch Drücken eines beliebigen Knopfs oder des Steuerkreuz ausgelöst. Der DS wird übrigens in Buchform gehalten, da ein senkrechter Bildschirm für Comboattacken in der Luft besser geeignet ist, der 2. Screen blendet permanent eine Karte ein. Einzig ein paar Geschicklichkeitseinlagen spielen sich für ungeübte Spieler etwas schwer.


Ninja Gaiden DS - Training im Wald Ninja Gaiden DS - Pfeil und Bogen


"Gaiden" bedeutet soviel wie "Nebenhandlung", Ninja Gaiden Dragon Sword ist allerdings schon fast eine Nebenhandlung der Nebenhandlung. Die Story findet 6 Monate nach dem Dark Dragon Blade Incident aus Ninja Gaiden, aber noch vor der Handlung des noch nicht veröffentlichten Ninja Gaiden II für die Xbox 360 statt. Ryu und die Überlebenden des Hayabusa Ninja Clans sind mit dem Wiederaufbau des Dorfs beschäftigt, und Ryu bildet die junge Frau Momiji zur Kunoichi (weiblicher Ninja) aus. Am Anfang übernimmt der Spieler die Rolle von Momiji, die nach dem Training noch alleine im Wald zurückbleibt, als Ninjas des verfeindeten Black Spider Clans angreifen. In einer Art Tutoriallevel wird man mit der Steuerung vertraut gemacht, nachdem Momiji am Ende aber doch ihren Feinden unterliegt und entführt wird (was man aber auch verhindern kann... ;)), übernimmt man die Rolle das Superninja Ryu Hayabusa. Was hat der Black Spider Clan vor, warum tauchen erneut Kreaturen aus der Unterwelt auf und was hat es mit den 8 Dragon Stones auf sich (keine billigen Dragon Ball-Witze jetzt, m'kay?)?


Ninjas Are Go!


Das Spiel ist in 13 Missionen unterteilt, die allesamt, ähnlich wie in Ninja Gaiden auf der Xbox, über eine (dieses Mal eher kleine) Welt verteilt sind. Viele Abschnitte sind aus dem Xbox-Teil bekannt, ebenso die meisten Gegnertypen, aber auch einige neue Bereiche wurden hinzugefügt. Neben den bereits bekannten Katakomben, Kirchen und Eis- und Feuerhöhlen gibt es auch ein paar schicke Wald- und Inselabschnitte sowie einen Abstecher in die Unterwelt. Rätsel sind in den atmosphärischen Welten rar, außerdem ist der Pfad meistens eindeutig und ziemlich linear. Der Hauptaspekt liegt auf den Kämpfen, und die sind ziemlich schnell und lang. Ganze Gegnerhorden werden auf Ryu losgelassen, und es kommt vor, dass man mit mehr als 50-100 Gegnern nacheinander zu kämpfen hat - in der Regel sind es nur 4-5 gleichzeitig.


Ninja Gaiden DS - Auwsweichen! Ninja Gaiden DS - Momiji in Gefahr
Ninja Gaiden DS - Die Treppe hoch Ninja Gaiden DS - Wind Ninpo


Auch wenn die Kämpfe sich sehr ähneln und auf manche Spieler nach einer Weile sicher etwas monoton wirken, hat doch jeder Gegnertyp seine Eigenheiten und Attackmuster, die es zu durchschauen gilt, will man in späteren Levels oder auf höheren Schwierigkeitsgraden bestehen. Das gilt auch für die Endgegner, die aber insbesondere auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fast zu einfach sind im Vergleich mit den Konsolenteilen (Wer die Ninja Gaiden Hurricane Packs in Erinnerung hat, oder Ninja Gaiden Black/Sigma, darf bereits vor dem Wiedersehen mit den albtraumhaften Dämoninnen Ishtaros und Nicchae zittern.... auch wenn diese längst nicht mehr die Vernichterinnen sind, die man in Erinnerung hat). Überhaupt ist ein Großteil des Spiels wesentlich harmloser, was den Schwierigkeitsgrad angeht, und zumindest den normalen Schwierigkeitsgrad dürften auch Casual Gamer in den Griff bekommen. Dazu kommt, dass das Kampfsystem dieses Mal systembedingt weniger komplex ausfällt (es gibt nur noch eine Hauptwaffe) und die Speicherpunkte wirklich sehr fair gesetzt sind. Kleine Rückschläge kosten nur selten mal mehr als 2-3 Minuten. Ehe Ninja Gaiden-Veteranen schon gleich gelangweilt abwinken: Auf den höheren Schwierigkeitsgraden zieht Dragon Sword nochmal an und bietet auch hartgesottenen Spielern die eine oder andere herausfordernde Stelle.

Die Ninpo (Magie) Fähigkeiten von Ryu umfassen diverse Elementzauber sowie einen Heilzauber, die alle durch das "Nachzeichnen" von Sanskrit-Zeichen unter Zeitlimit ausgelöst werden. Desweiteren kann man wie im Vorgänger bei dem alten und mysteriösen Händler Muramasa neue Ninpomagie, Moves und Verbesserungen für Ryu und seine Waffe erwerben. Wer auf Secrets steht, macht sich auf die Suche nach den Sea Swallows. Diese tauchen nach Kämpfen oder an bestimmten anderen Stellen auf und hinterlassen Holztalismane, welche nach einmaligem Durchspielen im Hauptmenü angeschaut werden können und Infos zu Charakteren und Zwischensequenzen sowie nette Details enthalten. Dank der häufigen Speichermöglichkeiten ist Ninja Gaiden Dragon Sword wirklich perfekt auf Handhelds ausgerichtet - auch mal schnell in 5-10 Minuten zum nächsten Speicherpunkt gelangen ist durchaus möglich. Für ein einmaliges Durchspielen benötigt man zwischen 6-7 Stunden, die wie im Flug vergehen. Komplettisten müssen das Spiel mehrmals spielen, denn auf jedem Schwierigkeitsgrad findet man andere Holztalismane. Das gleiche gilt für Spieler auf der Suche nach Herausforderung oder geheimen Charakteren...

Ninja Gaiden DS - Eine alte Bekannte... Ninja Gaiden DS - Kampf gegen Ishtaros
Ninja Gaiden DS - Strom Ninpo Ninja Gaiden DS - Das Sanskrit nachzeichnen...


DS Pow3r!!!11


Team Ninja war zumindest in der 128-Bit Generation dafür bekannt, das technisch Beste aus den Konsolen herauszuholen. Während die bisherigen Nextgen-Titel wie Dead or Alive 4 nicht ganz so bombastisch sind, gebührt Team Ninja Respekt für das, was sie aus dem DS rauskitzeln. Die flüssige Grafik ist sowohl technisch als auch stilistisch ein Höhepunkt des bisherigen DS-Portfolios. Die Figuren und Monster sind fein modelliert und superflüssig animiert, die meist vorgerenderten oder gemalten Hintergründe sehen klasse aus. Selbst die wenigen Echtzeit-3D-Hintergründe sehen nicht schlecht aus. Die Zwischensequenzen sind wie ein gut gezeichneter Manga gestaltet. Das Spiel ist nicht so düster und brutal, wie seine Konsolenkollegen, daher auch für jüngere Spieler geeignet, aber keineswegs kindisch. Soundtechnisch bietet das Spiel vorallem bekannte Melodien aus den Vorgängern sowie ein paar Fetzen Sprachsamples und eine sehr atmosphärische und passende Geräuschkulisse. Lediglich ein kleiner Bug stört den Gesamteindruck - wer auf Kopfhöhrern spielt, hört die Gegner manchmal aus der falschen Richtung, was minimal irritiert. Über Nintendo Wi-Fi gibt es ein Rankingsystem, welches aber dank Cheatern fast unbrauchbar ist.

Ninja Gaiden DS - History repeats itself... Ninja Gaiden DS - Großer Endgegner

Fazit


Der Spagat zwischen den Zielgruppen - Hardcore Gamer und Technikfreaks auf der einen, Casuals und Innovationsfans auf der anderen - ist schwer, wurde aber von Team Ninja ziemlich gut gemeistert. Ninja Gaiden: Dragon Sword will nicht ein weiterer Ninja Gaiden-Teil, diesesmal für den DS, sein, sondern ein Ninja Gaiden speziell für den Handheld ausgelegt. Die Steuerung ist perfekt auf den Handheld zugeschnitten und qualitativ auf der selben Stufe, wie Zelda : Phantom Hourglass. Technisch ist das Spiel auch großartig. Insgesamt macht das Spiel vorallem wegen der schnellen Action und der tollen Steuerung eine Menge Spaß, ist aber recht schnell vorbei und stellenweise etwas monoton. Dennoch ist das Ninja Gaiden: Dragon Sword eines der besten Action-Spiele auf dem DS und sehr empfehlenswert.

Player: 1 Release: 25.03.08 Firma:Tecmo Version: US
Grafik : 10/10 (grafisch auf dem DS an der Spitze - klasse Stil, tolle Technik)
Sound : 9/10 (guter Soundtrack, atmosphärisch, etwas irritierender Stereo-Bug)
Gameplay : 9/10 (tolle Steuerung, schnelle Action, harte Kämpfe)
Innovation/Abwechslung : 8/10 (die ungewöhnliche Steuerung ist klasse, das Spiel selber stellenweise etwas monoton und erbt viele Inhalte von den Vorgängern)
Wiederspielbarkeit : 7/10 (etwas kurz, dafür bieten die höheren Schwierigkeitsgrade ein paar Secrets und mehr Herausforderung)

Gesamt : 8.5/10 (Tolles Ninja-Schnetzelspiel für den DS)



Ninja Gaiden DS - Ryu und Momiji

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