Project Rub






Project Rub von SEGAs renommiertem Sonic Team war einer der interessanteren Launchtitel für den DS und als Minispielsammlung komplett auf die neuen Steuerungsoptionen des Handhelds, Touchscreen und Mikrofon, ausgelegt. Das Spiel ist übrigens auch bekannt unter den Namen „Feel the Magic : XY/XX in Amerika oder „Kimi no Tame Naru Shineru“ – Mein Leben würde ich für dich geben in Japan. Project Rub war der Projektname und dieser wurde interessanterweise für das Europarelease verwendet. Nintendo selber brachte allerdings zur selben Zeit mit „Wario Ware : Touched!“ eine bereits etablierte Minispiel-Marke heraus, und Project Rub ging insgesamt im Launch-Lineup etwas unter.

Schade eigentlich, denn Stil und Konzept wissen zu unterhalten. Der namenlose Protagonist verliebt sich spontan in eine Schönheit und tritt deshalb der Supervorführtruppe (...) „Rub Rabbits“ bei. Dadurch erhält er die Chance, durch verrückte und aberwitzige Aktionen ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen... doch wird er auch ihr Herz gewinnen können?


Rub it!


Diese Aktionen sind das Herzstück des Spiels – denn sie sind der Stoff, aus dem die Minispiele gemacht sind. Alles beginnt, indem man Goldfischen, die ein Mann versehentlich verschluckt hat, durch Aufwärtsreiben mit dem Stylus über die Innenansicht des Magens dabei helfen muss, wieder vorne und nicht hinten rauszukommen. Später wird es richtig actionreich, wenn man z.B. eine Reihe plötzlich auftauchender Riesen-Kerzen mit dem Mikro auspusten oder mit dem Stylus ein Einrad über dünne Bretter in wolkigen Höhen balancieren muss. Es gibt viele phantasievolle Minispiele und einige Situationen, die man wohl in der Form noch nie in einem Videospiel erleben durfte...

Die Qualität und Komplexität der Minispiele variiert dabei. Einige Ideen wiederholen sich in ähnlicher Form, machen aber wegen ihrer Einfachheit dennoch Spaß. Andere, wie z.B. das an Space Channel 5 erinnernde Tanz-Minispiel, sind komplexer, aber gut gemacht. Dann gibt es noch „Liebesszenen“, in denen man die Geliebte sauber reiben muss oder beim Händchen böse Bienen vertreiben. Bosskämpfe sind etwas dramatischer, riesige Roboter, Stierherden und übergroße Venusfliegenfallen wollen besiegt werden. Leider sind einige Minispiele etwas sehr hektisch und unübersichtlich.




Alle Minispiele sind durch einen Storymodus verknüpft. Außer den Bosskämpfen und Liebesszenen haben sämtliche Minispiele 10 Stufen. Jenachdem, auf welchem Schwierigkeitsgrad man spielt, hat man für die ersten 5 Stufen 3 Versuche, für die letzten 5 Stufen 2 Versuche oder im Hölle-Schwierigkeitsgrad für die letzten 5 Stufen nur einen Versuch. Mit jedem gewonnenem Minispiel steigt die Anerkennung der Angebeteten, mit jedem verlorenem sinkt sie wieder – im Hölleschwierigkeitsgrad sogar ganz auf null. Wenn sie aber dann mal 100% erreicht hat, gibt’s den nächsten Schwung Minispiele zur Auswahl, einen Bosskampf oder eine Liebesszene. Im Erinnerungsmodus kann man die Minispiele noch mal separat spielen, um Sachen freizuschalten. Allerdings muss man dafür alle 10 Stufen mit einem Versuch packen – bei einigen Minispielen, die etwas von Glück und Zufall abhängen, manchmal etwas frustig. Ebenfalls versteckt sind die „Rabbits“. Diese findet man in Zwischensequenzen - wenn man die richtige Stelle mit dem Stylus antippt, erscheint einer.

Freigespielte Sachen können schließlich im Wahnsinn-Modus begutachtet werden. Dort kleidet ihr die Dame mit erspielten Outfits, Frisuren und Schuhen neu ein. Übrigens – wer die Hölle übersteht, kann auch gar keine Kleidung auswählen... Man kann das Mädel auch genauer betrachten und mit dem Stylus an... Stellen berühren, woraufhin sie rummeckert und sauer wird. Aber wer würde das überhaupt machen wollen...?

Leider ist das Spiel aber schnell durchgespielt, und mit 26 Minispielen ist man dem Konkurrent Wario Ware deutlich unterlegen. Nichtsdestotrotz kann man immer mal wieder eine Runde einschieben oder auch Freunden die besten und lustigsten Minispiele zeigen.




Silhouetten


Bezüglich der „Nacktheit“ : Na, na, da hat man(n) sich wohl zu früh gefreut ^^ Der Grafikstil der Figuren sowie der Umgebung ist sehr stilisiert, sieht aber dennoch gut aus. Die Figuren selber haben zwar menschliche Anatomie, sind aber bis auf Kleidung und Frisur komplett schwarze Silhouetten – dadurch kann man aber auch umso mehr seine Phantasie bemühen was Gesichter und äußerliche Merkmale angeht. Die aussagekräftigen und guten Animationen der Figuren machen sie dennoch lebendig. Die leicht Retro-mäßigen Orange- und Rotbrauntöne, in denen Zwischensequenzen und Menü gehalten sind, verbreiten zudem einen ganz eigenen Charme. Project Rub hat Stil.

Die Musik verbreitet ebenfalls gute Laune, geht gut ins Ohr und bietet gesungenen Soundtrack. Naja, jedenfalls summen im Hintergrund immer Leute „dudummdudumm“, „tschuchuchun“ oder „chabbadabadaba“ zu den Melodien.


Fazit


Solide und einfallsreiche Minispielsammlung mit coolem Stil, deren Qualität aber etwas schwankt und die leider etwas kurz geraten ist. Project Rub zeigt aber gut auf, was für spielerische Möglichkeiten im DS stecken.



Player: 1 Release: 11.3.05 Firma: SEGA Version: EU
Grafik : 7/10 (nicht spektakulär, aber cooler Stil)
Sound : 10/10 (Musik verbreitet gute Laune und ist technisch einwandfrei)
Gameplay : 7/10 (simple, aber spaßige Minispiele mit schwankender Qualität)
Innovation, Abwechslung : 8/10 (Innovation dank der DS-Features, 26 Minispiele)
Wiederspielbarkeit : 6/10 (Leider etwas kurz)

Gesamt : 7/10 (Gelungene Minispielsammlung, aber nicht ganz so gut, wie Wario Ware : Touched!)


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