
Cyberpunk
In dem 1994 erschienenden Spiel für das Mega Drive schlüpft Ihr im Jahre 2058 in die Rolle von Joshua, der den mysteriösen Tod seines Bruders in Seattle aufklären will. Einfache Story, aber sie erfüllt Ihren Zweck.
Zu Beginn könnt Ihr Joshuas Klasse bestimmen: Samurai (so was wie der Krieger in SR) Decker (Der Hacker in der SR Welt, ist begabter im Umgang mit der Matrix, aber schwächer als der Krieger) oder Schamane (Eine Art Magier, kann als einziger Magie benutzen, ist aber ziemlich schwach und leidet unter Cyberware, dazu komme ich später noch).
Das ganze Spiel findet in der Vogelperspektive statt, außer in den Matrixkämpfen, dort wird in eine 3rd Person Perspektive gewechselt. Die Gespräche laufen alle in Mutiple-Choice ab.
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Um den Mord an eurem Bruder aufzuklären, benötigt Ihr neben den richtigen Informationen auch noch die richtige Ausrüstung, und damit Ihr euch diese leisten könnt müsst Ihr auf die so genanten „Runs“ gehen. Diese erhaltet Ihr von einem Mr.Johnson in den örtlichen Bars und Restaurants. Die Runs wechseln zwischen Eskortierung, Ghul-Jagd, Datenbeschaffung oder Löschung von Daten, wobei sich jeder Mr.Johnson auf ein anderes Gebiet spezialisiert hat. Nach Erfüllung eines Runs erhaltet Ihr Geld und Karma, mit dem Ihr eure Charakterwerte wie Stärke, Charisma oder Computerkünste aufwerten könnt. So kauft Ihr euch bessere Ausrüstung, steigert eure Werte und führt den Hauptstorystrang weiter. Besonders anzumerken ist, dass alle Waffen und Cyberware offizielle Namen tragen, was bei dem SNES-Shadowrun nicht der Fall ist.
Eine Besonderheit in Shadowrun stellt die sogenannte Cyberware da, die man sich am besten als eine Art von Implantaten vorstellt. So könnt Ihr euch in den Krankenhäusern und Kliniken gegen Bares Metallkrallen, Infrarotaugen oder Reflexbooster einbauen lassen, die euch stärker, schneller oder Widerstandsfähiger machen. Schamanen sollten allerdings eher die Finger davon lassen, denn jeder Einbau kostet nicht nur Geld, sondern auch Essenz, die wichtig für die Benutzung von Magie ist, oder einfach gesagt: Wenig Essenz = schwache Magie. Falls ein Auftrag mal zu schwer seien sollte könnt Ihr auch andere Runner anheuern, die euch unterstützen, gegen den richtige Betrag auch das ganze Spiel lang oder bis Ihr einmal sterbt, obwohl man nicht wirklich sterben kann: Wenn einer der beiden Energiebalken (Geistige und Physische Gesundheit) auf Null sinkt, werdet Ihr ins nächste Krankenhaus gebracht und verliert einen Teil des Geldes sowie ggf. den Auftrag und euren angeheuerten Runner.
Ein weiteres interessantes Detail sind die zufälligen Encounter, die euch auf dem Weg durch Seattle begegnen: So bietet euch ein Mann einfach so ein paar günstige Granaten an, aber es kann sein, das er in Wirklichkeit ein Polizist ist - oder er meint es tatsächlich ernst. Solche Encounter kommen ziemlich oft vor und sind eine nette Abwechslung.
Zwischen den Aufträgen könnt Ihr euch einfach mal so in die Matrix einklinken und Informationen runterladen, die Ihr dann für Bares wieder verkaufen könnt.
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Tauchen im Cyberspace
Die Kämpfe laufen alle in Echtzeit ab, was aber absolut keine richtige Taktik erfordert: Ziel anvisieren, feuern, weglaufen und warten bis Ihr wieder feuern könnt, das war’s. Anders der Matrixkampf, der Pseudo-Rundenrbasiert abläuft: Ihr habt eine Auswahl an Programmen, die euch helfen, feindliche Abwehrsysteme zu überwinden, je nach Level der Programme und des Cyberdecks fällt dies leichter oder schwerer, wobei im schlimmsten Fall ein starkes Abwehrprogramm die CPU euers Cyberdeck zerschießt und euch eure gesamte Gesundheit raubt, dann dürft Ihr euch eine neue CPU kaufen, was ziemlich teuer werden kann.
Grafisch ist Shadowrun eher zweischneidig: Während die Stadtgebiete ziemlich trostlos aussehen, wirken die Wälder rund um Seattle sehr stimmungsvoll. Die Matrixkämpfe sind nett anzuschauen, werden aber schnell langweilig, weil man eigentlich immer das gleich sieht. Aber das Shadowrun-Gefühl einer ziemlich chaotischen Welt ist irgendwie trotzdem da(zumindest für jeden, der damit vertraut ist).
Soundtechnisch ist Shadowrun unterdurchschnittlich: Die paar Melodien die das Spiel zu bieten hat werden schnell nervig (bis auf die Musik in den Wäldern, die ist auszuhalten) und wiederholen sich zu schnell. Dafür bietet das Spiel einige Sprachsamples, welche man wahrscheinlich erst beim zweiten oder dritten Mal versteht, die aber gut ins Spiel passen (hauptsächlich in den Matrixkämpfen).
Beim Gameplay kommt das Spiel sehr gut weg: Das Spiel ist anspruchsvoll, aber nicht unfair, man will immer mehr Geld, Waffen und Cyberware besitzen und seinen Charakter so hoch wie möglich leveln. Das Kampfsystem ist aber zu anspruchslos, das hätte man besser machen können. Die Story ist zwar einfach, kann aber dennoch begeistern. Dank der drei Klassen lässt es sich gut noch einmal durchspielen.
Für damalige Verhältnisse ist Shadowrun auf dem Konsolensektor eine Innovationsbombe gewesen, denn welches Spiel konnte damals schon mit diesem unvergleichlichen Mix aus Technik und Magie aufwarten? Die starke Lizenz wurde (im Gegensatz zum SNES Spiel) gut verwendet und ist bis heute das beste Spiel, das darauf basiert.
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Fazit
Shadowrun ist trotz der kleineren Macken ein Action-RPG der Spitzenklasse und beweist wieder einmal, das Grafik nicht alles ist. Für 1994 sehr beeindruckend. Leider ist das Spiel nur in den USA erschienen - und läuft leider nicht ohne Zusatzmodul oder Umbau auf PAL-Systemen.
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| Grafik : 7/10 (Nichts besonders, erfüllt ihren Zweck aber ganz gut) Sound : 7/10 (Größtenteils nervig, aber nette Spachsamples) Gameplay : 8.5/10 (anspruchsvoll, aber nicht unfair, einfache aber effektive Story, fast alle Waffen und Cyberware sind aufrüstbar, Kampfsystem leider nicht das Gelbe vom Ei) Innovation, Abwechslung : 9/10 (verschiedene Aufträge, große Auswahl an Waffen, Ausrüstung und Cyberware, drei verschiedene Klassen, Möglichkeit, andere Runner anzuheuern) Wiederspielbarkeit : 8/10 (Decker und Samuraiklassen unterscheiden sich minimal, Schamane ist allerdings ziemlich anders und fordernd) Gesamt : 8/10 (tolles Action-RPG für Kenner des Universums, das die starke Lizenz gut verwendet, vielleicht zu undurchsichtig für „Normale“, Probespielen wenn möglich!) |
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